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Krankenhäuser im Kreis Viersen beginnen vorsichtig mit Normalbetrieb

Krankenhäuser im Westkreis : Krankenhäuser nehmen OP-Betrieb wieder auf

Vorsichtig und langsam kehren die Krankenhäuser zum Normalbetrieb zurück. In der Corona-Krise wurden viele Kapazitäten freigehalten. Der große Ansturm blieb zum Glück aus. Besuche im Krankenhaus sind weiter nicht möglich.

Die Corona-Pandemie ist für die Krankenhäuser im Westkreis noch nicht überwunden. Sie ist nach wie vor aktuell, auch wenn zum Glück die Zahl der Infizierten nicht so hoch ausfiel wie anfangs befürchtet. Am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen wurden insgesamt rund 40 Corona-Patienten aufgenommen, derzeit sind es 15, davon werden vier intensivmedizinisch betreut. Im Städtischen Krankenhaus Nettetal wurden bislang 16 Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion behandelt. Fünf davon waren intensivpflichtig, ein Patient wurde zur weiteren Therapie in eine Uniklinik verlegt. In den Isolierbereichen kam es zu keiner Zeit zu Kapazitätsengpässen.

Möglich wurde dies, weil geplante andere OP-Termine verschoben wurden. Am AKH, so Geschäftsführer Thomas Axer, wurden sie für mehrere Wochen gänzlich zurückgefahren. Lediglich die Geburtshilfe und das Notfallgeschehen waren von diesen Maßnahmen unbeieinträchtigt. Durch die fehlenden OP-Termine kam es auch zu Leerständen auf Normalstationen, zum Teil lag die Belegung nur bei 50 Prozent. Auch die Intensivstationen waren weniger belegt als zu normalen OP-Zeiten.

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Das Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln will keine Zahlen zu Corona-Patienten veröffentlichen. Zur Zeit hätten viele Patienten Angst, ins Krankenhaus zu gehen und sich anzustecken. Das wolle man nicht befeuern. Das Krankenhaus fahre den Normalbetreib langsam und verantwortungsvoll wieder hoch, so eine Sprecherin. Die Patienten würden beim Re-Start so sicher wie möglich behandelt. Niemand müsse mit Schmerzen zu Hause bleiben.

Mit dem frühzeitigen Aussetzen der elektiven Eingriffe und OPs wurde der Betrieb im Nettetaler Krankenhaus auf 40 bis 50 Prozent des Normalbetriebs heruntergefahren. Die betroffenen Patienten hätten mit großem Verständnis reagiert, so Geschäftsführer Jörg Schneider. Im Einklang mit der Empfehlung des Landesgesundheitsministeriums hat das Nettetaler Krankenhaus das normale OP-Programm langsam wieder aufgenommen. Begonnen wurde mit ambulanten Eingriffen, aktuell werden auch wieder statonäre OPs durchgeführt, bei denen nur mit einer kurzen Liegezeit des Patienten zu rechnen ist. Auch größere geplante Operationen sollen jetzt wieder ermöglicht werden. In welchem Zeitraum alle verschobenen OP-Termine nachgeholt sein werden, lässt sich nicht genau vorhersagen, heißt es in einer Stellungnahme des Krankenhauses.

Die finanziellen Auswirkungen lassen sich derzeit noch nicht abschätzen, heißt es in Nettetal. Und beim AKH weiß man schon jetzt, dass die Ausgleichszahlungen für Leerstände zwar prompt bezahlt wurden, aber nicht wirklich kostendeckend seien. Die Vorhaltekosten und die zusätzlichen Schutzmaßnahmen kosteten viel Geld, so Thomas Axer. Die Mehrkosten durch gestiegene Preise bei der Wiederbeschaffung von Schutzkleidung müssten aus dem normalen Etat bezahlt werden.

Zu Beginn der Corona-Pandemie seien die Krankenhäuser aufgefordert worden, alle Kräfte zu mobiliseren. Das habe man am AKH getan. Zum Glück sei die Infektions-Welle nicht so hoch ausgefallen wie befürchtet. Das bereitstehende Personal sei teilweise mit Freizeitausgleich und Überstundenabbau nach Hause gegangen.

Bei der Aufnahme elektiver Patienten kann das Städtische Krankenhaus in Nettetal flexibel reagieren, wenn die Zahl von Covid-19-Fällen wieder ansteigt. Derzeit entspricht die Belegung in Nettetal etwa 85 Prozent der Leistungsfähigkeit des Hauses. Auch wenn es im öffentlichen Leben wieder etwas lockerer zugehe, möchte das Nettetaler Krankenhaus den Kreuzverkehr im Haus so gering wie möglich halten. Deswegen bleiben Besuchseinschränkungen bestehen. Das Pflegepersonal leiste in dieser Situation wirklich hervorragende Arbeit.