Kreis Viersen: Krankenhäuser gegen Stromausfälle gerüstet

Kreis Viersen : Krankenhäuser gegen Stromausfälle gerüstet

Sollte der Strom einmal länger ausfallen, können sich die Krankenhäuser im Kreis mit Notstromaggregaten selbst versorgen.

Ein Stromausfall ist für die meisten Betroffenen ärgerlich, andere wiederum finden die düstere Stimmung romantisch. Für Patienten im Krankenhaus ist ein Kollaps der Stromversorgung aber vor allem eins: gefährlich. So sind beispielsweise Patienten an Beatmungsgeräten zum Überleben auf eine konstante Stromversorgung angewiesen. Die Viersener Krankenhäuser verfügen deswegen über Sicherheitssysteme, die die Krankenhäuser im Notfall mit Strom versorgen.

Das Notstromaggregat des St.-Irmgardis-Krankenhauses rettete vor einigen Tagen vielleicht Leben. Ein Kurzschluss in einer Stromleitung unter der Erde sorgte dafür, dass in Teilen Süchtelns der Strom ausfiel. Nur im Irmgardis-Krankenhaus, das mitten im betroffenen Gebiet lag, brannte dank des Notstromaggregats noch Licht. "Im Minimum können wir unsere Stromversorgung für 24 Stunden ohne Einschränkung aufrechterhalten", teilt eine Sprecherin des Krankenhauses mit.

Fällt der Strom aus, versorgt ein Dieselmotor das Krankenhaus mit Elektrizität. Der Motor hat eine Leistung von 320 Kilovoltampere (kVA) und schaltet sich im Notfall automatisch ein. Gleichzeitig wird in der Zentrale des Krankenhauses Alarm geschlagen, Klinikleitung und Bereitschaftsdienst werden per Notruf alarmiert.

Die Notfallsysteme der anderen Krankenhäuser funktionieren nahezu identisch, so auch das des Allgemeinen Krankenhauses (AKH). "Unsere Notstromversorgung gewährleistet, dass Intensivstation und andere kritische Bereiche ohne zeitlichen Verlust weiterversorgt werden", sagt AKH-Geschäftsführer Kim-Holger Kreft. Das AKH besitzt drei Notaggregate. An den drei Standorten des Krankenhauses steht jeweils eines davon. Die Aggregate sind allesamt mit einem Strommesser verbunden. Sinkt die Spannung im Netz, gehen die Generatoren automatisch in Betrieb.

Auch im Krankenhaus Nettetal gibt es ein Notstromaggregat. Der Dieselmotor wird einmal im Monat von Mitarbeitern der Haustechnik geprüft. Alle drei Jahre wird das Gerät darüber hinaus vom TÜV ausführlich unter die Lupe genommen. Dann wird auch der Ernstfall simuliert. "Der Strom wird abgeklemmt, und es wird getestet, ob das Gerät anspringt", sagt Krankenhausmitarbeiterin Kerstin Kleinschmidt. Der Nettetaler Dieselmotor ist direkt an den Reserveöltank des Hauses angeschlossen - und hat damit die längste Versorgungsspanne der drei Krankenhäuser. Mit den darin vorhandenen 30 000 Litern Brennstoff könnte sich das Krankenhaus für einige Monate mit Strom versorgen. "Sollte dann auch noch der Generator ausfallen, können wir die Operationssäle mit Batterien betreiben", ergänzt Kleinschmidt.

(RP)
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