Schwalmtal: Kranenbachcenter wird größer

Schwalmtal : Kranenbachcenter wird größer

Das Kranenbachcenter zwischen Ober- und Unteramern soll erweitert werden. Norma bleibt, nebenan soll Rewe einziehen. Der Architekt stellte dem Planungsausschuss das Konzept vor.

Der Niederkrüchtener Architekt Albrecht Caspari zog mit seinen Ideen für die Neugestaltung des Kranenbachcenters in Amern gleich das Wohlwollen der Schwalmtaler Politik auf sich. Denn er hatte bei der Entwicklung des Konzepts für das Einkaufszentrum nicht nur an eine grüne Schallschutzwand und die Begrünung gedacht, sondern berichtete im Planungsausschuss auch, man wolle den Verlauf des Namen gebenden Kranenbachs, der im Bereich des Einkaufszentrums kanalisiert verläuft, auf dem Parkplatz deutlich sichtbar in blau markieren.

Auch die kleinteilig gestaltete Optik der Fassade erinnert eher an eine Einkaufspassage mit Ladenzeile als an einen großen Klotz. Noch befindet sich neben Norma eine große Halle. Das Gebäude soll entfernt und in den hinteren Bereich verschoben werden, denn die Eigentümer des Kranenbachcenters wollen einen zusätzlichen Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von rund 1500 Quadratmeter neben Norma errichten. Rewe soll dort einziehen. Norma, die Drogerie, der Metzger, Bäcker, Sonnenstudio, Schreibwarenladen und Gastronomie bleiben erhalten, "ein Geschäft mit Geschenkartikeln und ein Friseur oder eine Kosmetikerin sind außerdem geplant", informierte Caspari im Ausschuss.

Bauch- und Kopfschmerzen

"Wenn 1500 Quadratmeter möglich sind, ist das sehr zu begrüßen", erklärte Thomas Hurtmanns für die CDU. "Bauchschmerzen wegen des innerdörflichen Konzepts" meldete dagegen Manfred Böttcher für die Grünen an, "es gibt viele Leerstände auf der Dorfstraße, Immobilien lassen sich dort kaum vermarkten". Auch die SPD meldete Bedenken an: "An der Ringstraße könnte man Verkehrsprobleme erwarten, außerdem könnte der Rewe-Markt eine Konkurrenz für den Grenzlandmarkt werden", so Fraktionschef Hermann-Josef Welters. Die FDP allerdings sah das anders: "Die Versorgungslage in Amern hat uns ja immer Kopfschmerzen bereitet", so Hans-Dieter Heinrichs, "vom Grundsatz her sind wir also der Meinung, dass das etwas ist, was dort gebraucht wird." Er frage sich lediglich, ob die geplanten Fläche für Stellplätze ausreiche. Christdemokrat Thomas Paschmanns ("Als Amerner muss ich da jetzt was zu sagen") bat Caspari: "Vielleicht erreichen Sie es, die Parklücken nicht zu eng zu machen, damit sich auch Mütter mit zwei Kindern nicht quetschen müssen". Er habe "nicht den Eindruck, dass wir zu viele Leerstände haben". Gerade für Ältere sei es doch leichter, mit dem Rollator zum Kranenbachcenter zu gehen als zu Hit. Die Konkurrenzsituation beider Märkte sei wohl kein Problem, "das wird sich der Investor schon ausgerechnet haben, dass er neben Hit überleben kann".

Einstimmig beschloss daraufhin der Ausschuss, dem Rat die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich des Kranenbachcenters an der Hauptstraße zu empfehlen.

(RP)