Schwalmtal: Kranenbachcenter auf dem Weg

Schwalmtal : Kranenbachcenter auf dem Weg

Für die Entwicklung des Kranenbachcenters in Amern ist der Vorentwurf eines Bebauungsplanes aufgestellt worden. Der Ausschuss für Planung, Verkehr und Umwelt der Gemeinde votierte am Dienstagabend einstimmig für den Entwurf und die Beteiligung der Öffentlichkeit.

Der Bereich des Kranenbachcenters ist als Sondergebiet für die Nahversorgung ausgelegt. Nach derzeitiger Festlegung im Flächennutzungsplan ist dort eine Verkaufsfläche von insgesamt 1000 Quadratmeter vorgesehen.

Der jetzigen Planung zufolge soll die große Halle neben Norma abgerissen werden, dort wollen die Eigentümer des Kranenbachcenters einen großen Rewe-Markt anbauen. Der Rewe-Markt soll eine Verkaufsfläche von rund 1500 Quadratmeter erhalten, so dass insgesamt 2500 Quadratmeter im Kranenbachcenter für den Einzelhandel zur Verfügung stehen. Inwiefern ein Einkaufszentrum dieser Größenordnung dort als verträglich angesehen wird, muss ein Gutachterbüro noch erarbeiten. Die Zufahrt zum Gelände soll wie heute auch über die Hauptstraße erfolgen. Aus Lärmschutzgründen dürfen dem Entwurf zufolge Lkw nur von 6 bis 22 Uhr Waren anliefern, außerdem sollen Wände und Dach des Gebäudes schallabsorbierend verkleidet werden.

Gefahr für Hit?

Für die Grünen kritisierte Sprecher Manfred Böttcher im Ausschuss, man stochere "im Nebel": Das Verträglichkeitsgutachten fehle, "vielleicht ist das ja eine Nummer zu groß für Amern". Generell müsse untersucht werden, ob sich nicht Norma, Hit und Rewe gegenseitig Kunden wegnähmen und welche Auswirkungen die Vergrößerung des Centers auf die Dorf- und die Hauptstraße habe. "Wir würden die Öffentlichkeit nur mit großen Bauchschmerzen beteiligen", schloss Böttcher. Bernd Gather vom Planungsamt der Gemeindeverwaltung entgegnete, der Hit-Markt stelle "planungsrechtlich ein viel größeres Problem dar, weil er Kaufkraft aus dem Ortskern rauszieht. Ein Gutachter würde sagen, Hit ist nicht schützenswert — auch wenn Hit dadurch starke Umsatzeinbußen hat".

Einer Verkehrszählung an der Haupt- und Dorfstraße zufolge könnten beide Straßen "noch einiges aufnehmen", so Gather. Für die SPD freute sich deren Ortsvereinsvorsitzender Dr. Marco Kuhn, "dass wir das jetzt so schnell hinkriegen, nachdem das zentrale Versorgungskonzept beschlossen wurde". Auch CDU und FDP begrüßten die Pläne — auch, wenn es noch einiges nachzuarbeiten gibt.

(RP)
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