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Schwalmtal: Korbflechter zeigt in Waldniel seine Kunst

Schwalmtal : Korbflechter zeigt in Waldniel seine Kunst

Auf Einladung des Waldnieler Heimatvereins präsentierte Korbmacher Gerd Bongartz ein altes Handwerk im Hof der Heimatstube.

Heinz Welters hatte Korbflechter Gerd Bongartz schon länger als 20 Minuten auf die Hände geschaut und die Geschicklichkeit, mit der der Korbflechter die Weidenruten zu einem Korb verarbeitete, bewundert.

Und so wechselte Welters gern die Position, nahm auf einem runden Schemel Platz und wurde vom Zuschauer selbst zum Korbflechter. "Mit dem Daumen runterdrücken und nicht loslassen", erklärte Bongartz, nicht ohne ermutigend hinzuzufügen: "Das kann jeder." Nach einigen kurzen Einweisungen hatte Welters die ersten Weidenruten verarbeitet.

Das Flechten von Matten und Körben gehöre zu den ältesten handwerklichen Fertigkeiten des Menschen, erfuhren Welters und die übrigen Zuschauer, die sich beim Aktionstag des Waldnieler Heimatvereins in der Heimatstube an der Niederstraße eingefunden hatten. Der Tag war ein voller Erfolg: Insgesamt kamen mehr als 120 Interessierte vorbei, wie Klaus Müller vom Heimatverein sichtlich erfreut berichtete. Er führte zwischendurch die Besucher durch die Heimatstube.

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Warm schien die Frühlingssonne am Sonntag, und viele nutzten den Tag für einen Ausflug. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Aktionstages kamen die Besucher in den Hof der Heimatstube, wo Gerd Bongartz, ein "Waldnieler Original", seine kleine Korbflechter-Werkstatt aufgebaut hatte. Seinem "Lehrling" Heinz Welters und den rundum stehenden Zuschauern erklärte er dort unter anderem den Einsatz des sogenannten Klopfeisens, mit dem während des Flechtens die Weidenruten dicht zusammengeschlagen werden. "Das ist schon Hunderte von Jahren alt, das hat mein Opa schon benutzt", sagte Gerd Bongartz hörbar stolz.

Die Weidenruten, aus denen er "en Kütschke" oder "en Körfke" herstellte, stammen aus seinem eigenen Weidenanbau. Schon sein Großvater sei gelernter Korbmacher gewesen, sein Vater und er verschrieben sich denn auch der Korbflechterei. Rund zwölf verschiedene Weidenarten hat Bongartz auf seinem Gelände. Ruten dieser Weiden hatte er mit zur Heimatstube gebracht, so dass die Besucher die Ruten der Gemeinen Korbweide, auch Elbweide genannt, der gelben Königsweide und der Trauer- und Winzerweide vergleichen konnten.

"Wie schält man Weiden?", wollte eine Besucherin wissen. Dazu habe er etwas ganz Einfaches konstruiert, erzählte Bongartz: "Die Ruten dürfen nur kurze Zeit gewässert werden, bis zu vier Tage. Dann ziehe ich die Ruten durch zwei eng aneinander gestellte Eisenstäbe, und die Rinde löst sich von allein", erläuterte er.

Den Besuchern gefielen die Ausführungen des Korbflechters und seine Körbe sichtlich. Am Ende des Tages hatte so manches "Körfke" seinen Besitzer gewechselt.

(ivb)