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Viersen Konsolen für die Bibliothek?

Viersen · Wii, Nintendo und Playstation: In der Viersener Politik ist ein heftiger Streit über die Anschaffung von Spielekonsolen für die Stadtbibliothek entbrannt. CDU und Grüne stellen die Frage nach dem Bildungsauftrag.

 Die Stadtverwaltung möchte ab dem kommenden Jahr in der Stadtbibliothek Spiele für Konsolen wie Wii, Nintendo oder Playstation verleihen.

Die Stadtverwaltung möchte ab dem kommenden Jahr in der Stadtbibliothek Spiele für Konsolen wie Wii, Nintendo oder Playstation verleihen.

Foto: Hans Dörner (Archiv)

Eigentlich handelte es sich im Kulturausschuss beim Tagesordnungspunkt "Spielekonsolen für die Bibliothek" nur um eine Satzungsänderung. Im Oktober vergangenen Jahres hatte das selbe Gremium einen Antrag bei der Sparkassenstiftung gestellt, die Anschaffung unter anderem von Spielekonsolen für die Viersener Bibliothek zu unterstützen. Dies hat die Stiftung inzwischen bewilligt, rund 5000 Euro werden hierfür auf das Stadtkonto fließen. Für Bibliotheksleiterin Christiane Wetter war damit der Rest eigentlich nur Formsache: Die nötige Satzungsänderung, mit der festgelegt werden sollte, dass das Ausleihen von Konsolenspielen künftig zwei Euro für 14 Tage kostet, musste vom Ausschuss noch abgenickt werden.

Massive Bedenken

Doch es kam ganz anders: CDU und Grüne hatten auf einmal massive Bedenken, ob "das Verleihen von Konsolenspielen mit dem Bildungsauftrag einer öffentlichen Bibliothek" vereinbar ist. "Wir sind als CDU sofort dabei, wenn es sich hier um anspruchsvolle Spiele handelt, die auch einen Lernwert haben", so Laura Mavrides, kulturpolitische Sprecherin der Christdemokraten. "Keine Zustimmung wird es von uns geben, wenn es bei den Spielen nur um reines Freizeitvergnügen geht." Genau solche Spiele — Fußball-, Action- und Geschicklichkeitsspiele — wollte die Bibliothek aber auch anschaffen. Unterstützung erhielt die CDU von den Grünen. Auch deren Sprecher Friedhelm Werner konnte sich mit "dem Gedanken in dieser Form" nicht richtig anfreunden: "Ich weiß nicht, wo hier die Bedarfslücke ist, in unserer Bibliothek solche Geräte und Spiele anzubieten?"

Heftiger Widerspruch kam vor allem von der SPD. Ratsherr Manuel Garcia Limia hatte "das Gefühl, eine Diskussion aus den 70er und 80er Jahren" neu zu führen: "Es gibt gute Computerspiele, die durchaus Sinn machen. Wichtig ist aber vor allem, dass vielleicht der eine oder andere Jugendliche als Neukunde nicht nur ein Spiel, sondern gleichzeitig auch ein Buch ausleiht." Ähnlich argumentierte Dr. Frank a Campo (FDP): "Außerdem sollten wir uns nicht dadurch, dass es schlechte Computerspiele gibt, davon abhalten lassen, gute Spiele einzukaufen." Kulturdezernent Dr. Paul Schrömbges betonte in diesem Zusammenhang, dass "eine Stadtbibliothek nicht den Anspruch hat, eine Fachbibliothek zu sein. Ich glaube, dass es notwendig ist, die jetzt aktuellen Medien anzubieten." Zu einer abschließenden Entscheidung konnten sich die Politiker nicht durchringen. Das Thema soll deshalb in der nächsten Kulturausschusssitzung im Oktober noch einmal behandelt werden.

(RP)
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