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Kommentar zum Aufmacher: Interessen unter einen Hut bringen

Kommentar : Interessen unter einen Hut bringen

Bis 2030 wird es laut Experten nur noch 220 Sozialwohnungen in Schwalmtal geben. Damit fällt ein Drittel weg.  Vereinzelt gibt es Pläne für neue Mehrfamilienhäuser, etwa für neun  im Baugebiet Burghof III.

Zwar sind sich Politiker aller Ratsfraktionen einig, dass  es in Schwalmtal zu wenig bezahlbare Wohnungen gibt. Dass aus dieser Erkenntnis ein Bauboom folgt, ist bisher nicht zu erkennen.

Jetzt gibt es mit den Dominikanerinnen einen Investor für Sozialwohnungen, die sie auf ihrem Gelände errichten wollen. Seit 20 Jahren ist es an die Gemeinde als Bolzplatz verpachtet.  Dagegen protestieren die  Anwohner: Sie wollen für ihre Kinder den Bolzplatz erhalten.  Ob sie auch protestieren würden, wenn hochwertige  Einfamilienhäuser statt Sozialwohnungen geplant wären?

Sinnvoll wäre es, beide Interessen unter einen Hut zu bringen: die dringend benötigten Wohnungen zu errichten und eine Spielmöglichkeit für die Kinder zu erhalten.  Brisanz erhält die Diskussion durch Ratsherr Stephan Joebsges, der Verwaltungsleiter im Bethanien Kinderdorf ist; die Domikanerinnen sind Träger des Kinderdorfvereins. Auch wenn er sich selbst als nicht befangen sieht und mit abstimmte: Vielleicht fehlte hier politisches Fingerspitzengefühl.