Kreis Viersen: Kommentar: Warum kämpft hier niemand?

Kreis Viersen: Kommentar: Warum kämpft hier niemand?

Für die Wirtschaft am Niederrhein ist der sinnvolle Ausbau der vorhandenen Infrastruktur unbedingt notwendig. Es reicht aber nicht, Autobahnen auszubauen und zu verbreitern und neue Gewerbeparks auszuweisen.

Die Mobilität von Menschen und Gütern ändert sich in den kommenden Jahren deutlich. Viele Wirtschaftsvertreter verplempern längst nicht mehr ihre Zeit hinter dem Steuer ihres Autos, wenn sie mit der Bahn fahren können. Da lässt sich unterwegs arbeiten, es gibt keine Staus und oft nur dann Aufenthalt, weil die Technik versagt. Der Bahn wird oft vorgehalten, sie vernachlässige Fahrzeuge und Netz. Aber es gibt am Niederrhein einen Streckenabschnitt, der seit Jahrzehnten mit vergleichsweise wenig Geld einen enormen (volks-)wirtschaftlichen Ertrag einbrächte. Der Ausbau der Strecke Kaldenkirchen-Venlo brächte mehr Güter und mehr Personen auf die Schiene und förderte sowohl den Fern- als auch den Nahverkehr. Es ist unbegreiflich, dass weder in Düsseldorf noch in Berlin jemand wirkliches Interesse an dieser Investition zeigt. Der Niederrhein sinkt auf das Niveau eines Zonenrandgebietes ab, was den Bahnverkehr angeht. Das wäre die einzige Erklärung dafür, dass an der eingleisigen, nicht elektrifizierten Route des Eisernen Rheins festgehalten wird. Verkehrstechnisch geht es zurück ins 19. Jahrhundert und keiner kämpft. LUDGER PETERS

(RP)