Klimaoffensive in Brüggen statt Klimanotstand

Beschluss der Politik : Klima-Offensive in Brüggen statt Klima-Notstand

Gegen die Stimmen der Bündnisgrünen hat der Rat beschlossen, dass Brüggen ab sofort „klimaschutzaktive Kommune“ ist.

Mit einem Appell an die Jugendlichen, die in Brüggen für mehr Klimaschutz demonstrierten, beendete Bürgermeister Frank Gellen (CDU) im Rat den Tagesordnungspunkt „Ausrufung des Klima-Notstands in Brüggen“. „Ich bin den jungen Leuten dankbar, dass sie auf die Straße gegangen sind.“ Sie hätten dadurch das Bewusstsein vieler Menschen geöffnet, dass bei diesem Thema noch viel zu tun sei.

Gellen erneuerte seine Einladung, mit den Jugendlichen im Dialog bleiben zu wollen. Ziel von Verwaltung und Politik ist es, eine Möglichkeit zu finden, um junge Menschen stärker und kontinuierlich in politische Entscheidungen einzubinden. Das nächste Treffen zwischen Gellen und allen Interessierten ist auf Mittwoch, 27. November, terminiert. Dann lädt Brüggens Bürgermeister zum „Runden Tisch“ ins Rathaus am Nikolausplatz ein.

Nicht folgen konnte die Ratsmehrheit bei fünf Gegenstimmen der Bündnisgrünen und zwei Enthaltungen der FDP dem Antrag der Bündnisgrünen, für die Burggemeinde einen Klima-Notstand auszurufen. Das hätte weitreichende Konsequenzen gehabt – etwa die, dass jede künftige politische Entscheidung auf ihre Nachhaltigkeit und ihre Folgen für das Klima geprüft werden müsse.

Grünen-Fraktionschef René Bongartz warb dafür, symbolisch den Klima-Notstand auszurufen, damit dem Vorbild von Weltstädten zu folgen und anzuerkennen, dass es etwa nach dem dritten heißen Sommer starke Schäden im Wald gebe. Doch mit diesem Begriff konnten sich die übrigen Ratsmitglieder nicht anfreunden. Fachbereichsleiter Dieter Dresen erinnert etwa daran, dass das Thema Klimaschutz bereits seit sechs Jahren mit einer Vielzahl von Maßnahmen in der Gemeinde gelebt und in die Tat umgesetzt werde. Auch sei geplant, bald wieder eine Klimaschutzmanagerin einzusetzen.

Mit Mehrheit stimmte der Brüggener Gemeinderat deshalb der Beschlussvorlage der Verwaltung zu. Demnach unternimmt die Burggemeinde ab sofort eine „Klima-Offensive“ und bezeichnet sich selbst als „klimaschutzaktive Kommune“. Damit verbunden sei das Ziel, sich weiter aktiv für den Klimaschutz einzusetzen.

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