Viersen: Kita: Schimmel durch nasse Bodenplatte?

Viersen : Kita: Schimmel durch nasse Bodenplatte?

Die mehrere Millionen Euro teure Kita Am Steinkreis bleibt geschlossen. Eine außergerichtliche Einigung zwischen Stadt und Bauträger ist nicht in Sicht. Die Verwaltung plant auch für das kommende Kita-Jahr mit Notunterkünften.

Die Viersener Verwaltung stellt sich auf eine längere Schließung der erst im August eröffneten Kindertagesstätte Am Steinkreis ein. "Es ist weiterhin von einem Schimmelbefall im kompletten Gebäude auszugehen", betonte Dezernent Dr. Paul Schrömbges in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. "Wann die Kita wieder öffnet, ist ungewiss." Die CDU-Fraktion hatte zuvor einen umfassenden Bericht über die Situation in und um die im Oktober geschlossene Einrichtung gefordert. "Das ist alles sehr unerfreulich", fasste Fraktionschef Stephan Sillekens das Ergebnis zusammen.

Fakt ist, dass sich die Stadt Viersen bei der Frage um die Verantwortung für die Baumängel an der Kita Am Steinkreis auf einen Rechtsstreit mit dem zuständigen Generalunternehmer einstellt. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es eine juristische Auseinandersetzung geben könnte", betonte Schrömbges noch einmal. Nach Aussage des Dezernenten beschäftigen sich beide Seiten mit der aktuellen Situation rund um die Schimmelbildung im Gebäude. "Wir gehen davon aus, dass die gesamte Bodenplatte durchnässt ist", so Schrömbges zur möglichen Ursache.

"In den Herbstferien im Oktober musste die Stadtverwaltung von einem auf den anderen Tag reagieren", erklärte Wolfgang Timons, der bei der Verwaltung für die Kitas zuständig ist, den Politikern: Eltern, die ihre Kinder damals in die wenige Wochen zuvor eröffnete, über zwei Millionen Euro teure Kindertageseinrichtung bringen wollten, konnten samt Nachwuchs gleich wieder kehrtmachen. Aufgrund des Schimmels wurde die als Passivhaus gebaute Kita sofort geschlossen. Bürgermeister Günter Thönnessen informierte unmittelbar die Öffentlichkeit und teilte mit: "Der Generalunternehmer steht nach wie vor in der Pflicht, uns einen funktionstüchtigen Kindergarten zu übergeben." Eine Zahlung der Stadt von mehr als 200 000 Euro steht noch aus. Schon während der Bauphase soll es vermehrt Probleme an dem Gebäude gegeben haben, dann funktionierte die Lüftung nicht richtig.

Außerdem seien über Monate die Arbeiten an der Baustelle eingestellt, diese aber nicht ordnungsgemäß gegen Wettereinflüsse gesichert worden. Neben der Beauftragung von mehreren Sachverständigen gibt es zwischenzeitlich auch Überprüfungen bei der Verwaltung selbst. Geklärt werden muss die Frage, ob die Bauherrenfunktion bei der Stadt so ausgeführt worden ist, wie es hätte sein sollen.

Für die 85 Kinder, die von der vorläufigen Schließung der Kita Am Steinkreis betroffen sind, geht die Suche nach einer dauerhaften Unterkunft weiter. "Wir brauchen Planungssicherheit auch für die Zeit nach August 2014", sagte Timons.

Derzeit sind die Kinder in Gruppen auf insgesamt fünf Einrichtungen in Viersen verteilt. Schrömbges: "Selbst spezielle Container, die sich auch für eine U-3-Betreuung eignen, sind derzeit nicht zu bekommen."

(RP)
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