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Kirchenmusiker aus Dülken und Viersen kooperieren

Kirchenmusik in Viersen : Gemeinsam sind sie stärker

Die beiden Kirchenmusiker der Pfarren St. Cornelius und St. Remigius wollen verstärkt kooperieren. Zugute kommt ihnen, dass sie damit nicht bei Null anfangen müssen. Schon lange ist es attraktiv für die Viersener wie für die Dülkener, bei interessanten Konzerten der anderen mitzuwirken.

Giovanni Solinas und Michael Park verstehen sich. Solinas ist seit November Kirchenmusiker an St. Cornelius, Park seit Juli 2019 an St. Remigius. Kennengelernt haben sich beide allerdings nicht erst über berufliche Kontakte, sondern eher zufällig bei einem privaten Grillfest. Da kamen sie miteinander ins Gespräch und „stellten schnell eine ähnliche Wellenlänge fest“. Wir zählen beide, sagt Park, „zu den jungen Wilden der Kirchenmusik“. Der Viersener und der Dülkener kamen schnell zu dem Entschluss, die Nachbarschaft bewusster zu pflegen und da, wo es sinnvoll ist, gemeinsame Projekte durchzuführen.

Zugute kommt ihnen, dass sie damit nicht bei Null anfangen müssen. Beide Pfarren können auf eine eigene eindrucksvolle kirchenmusikalische Tradition verweisen. Und schon lange ist es attraktiv für die Viersener wie für die Dülkener, bei interessanten Konzerten der anderen mitzuwirken. Aber Park und Solinas sind sich einig, dass man die Zusammenarbeit systematischer angehen sollte und dass dabei beide Seiten gewinnen würden. Damit sind zunächst einmal regelmäßige Absprachen gemeint. Es macht keinen Sinn, wenn beispielsweise beide Kirchen am selben Karfreitag Bachs Johannes-Passion aufführen. Terminüberschneidungen lassen sich leicht vermeiden, wenn man ständig im Gespräch bleibt. Darüber hinaus erschließen sich neue Möglichkeiten, auf neudeutsch gern Synergieeffekte genannt. Zusammen kann man größere Aufgaben bewältigen. Auch ohne die Eigenständigkeit der Gemeinden und der einzelnen Chöre anzutasten, ist es verlockend, etwa bei großen Oratorien die Kapazitäten zu vergrößern. Und Aufführungen mit großen Chören und Orchestern sind nun einmal ein großes Erlebnis, für die Zuhörer wie für die Mitwirkenden.

Die Phase der ersten Willensbekundungen ist abgeschlossen, längst liegen konkrete Planungen vor. Zum Himmelfahrtsfest am 21. Mai wird die Chorschola der Remigius-Kirche einen Gottesdienst gestalten. Der Dülkener Kinderchor bereitet einen Familiengottesdienst in Viersen vor; der Termin steht noch nicht fest. Ein großes gemeinsames Chorprojekt steht an mit Johann Sebastians berühmtem Weihnachtsoratorium in St. Remigius am 6. Dezember, dem zweiten Adventssonntag. Park dirigiert, Solinas spielt Orgel. Dieses Projekt ist für alle Interessenten offen, man muss nicht Mitglied eines Kirchenchores sein, um mitzusingen.

Ein großes Jubiläum steht im nächsten Jahr an, dann heißt es 150 Jahre Cornelius-Kirche. Zusammen mit den Remigius-Sängern wird hierfür ein italienisches Programm einstudiert, ob Rossini oder Puccini ist noch offen. Was beide Organisten auch noch reizt, ist ein Orgelkonzert zu zweit, also vierhändig und -füßig. Schon konkreter sind die Planungen für eine gemeinsame Chor-Reise zu Solinas Heimatinsel Sardinien im nächsten Jahr.