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Kinderschutzbund Viersen verweist auf Notrufnummern für Kinder und Eltern

Kinderschutzbund Viersen : Notruftelefone für Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern

Eltern und Kinder verbringen in diesen Tagen sehr viel Zeit miteinander. Das kann Konflikte schüren.

Schulen und Kitas sind geschlossen, Spielplätze gesperrt: „Die Menschen sollen wegen der Corona-Maßnahmen zu Hause bleiben und da bleibt es nicht aus, dass Konflikte in den Familien entstehen“, sagt Birgitta Föhr vom Teamvorstand des Kinderschutzbunds Viersen. „Hier sind besonders die Notruftelefone gefragt“, ergänzt sie. Egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener: Wer mit der aktuellen Situation überfordert ist und Hilfe oder Zuspruch von einem Außenstehenden braucht, kann sich an Organisationen wie den Kinderschutzbund wenden.

Seit knapp elf Jahren koordiniert Föhr das Kinder- und Jugendtelefon für Viersen. Es ist ein bundesweites Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“, der dem Kinderschutzbund angegliedert ist. Wer mit seinem Handy oder Festnetztelefon die kostenlose Nummer 116111 wählt, erreicht montags bis samstags zwischen 14 und 20 Uhr – völlig anonym – einen Telefonberater irgendwo in Deutschland. Rund 80 Telefon-Standorte gibt es derzeit, dazu gehört Viersen. Auch in Zeiten der Corona-Krise sei das Telefon in Viersen besetzt, sagt Föhr. Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehörten, würden allerdings derzeit aussetzen – „dafür übernehmen andere mehr Schichten“.

Rund 3700 Mal hat im Jahr 2018  in der Viersener Beratungsstelle das Telefon geklingelt. Ob die Zahl der Anrufe jetzt in Zeiten geschlossener Schulen und Kitas gestiegen ist? „Das kann man statistisch noch nicht in Zahlen fassen“, sagt Föhr. Was aber schon aufgefallen sei: Die Zahl der Scherzanrufe von Kindern oder Jugendlichen bei der „Nummer gegen Kummer“ ging zurück.

Kinder und Jugendliche rufen zum Beispiel an, weil sie ihre Freunde vermissen, Liebeskummer haben, nicht wissen, wie sie sich beschäftigen sollen – oder weil ihnen die aktuelle Situation und die Ausbreitung des Corona-Virus Angst macht. Die Berater sprechen mit ihnen über Hygienemaßnahmen, geben Tipps zur Beschäftigung, verweisen auf Möglichkeiten, wie der Kontakt zu den Freunden aufrecht erhalten bleiben kann. Manchmal sind es auch Einzelkinder, denen ohne Schule jeglicher direkter Kontakt zu anderen Kindern fehlt, die Zuspruch brauchen.

Gewalt sei ein Thema „das jetzt vermehrt vorkommt“, sagt Föhr – allerdings eher in den Gesprächen am Elterntelefon. Unter der Nummer 0800 1110550 rufen aber auch Elternpaare und Alleinerziehende an, „die gerade massiv überfordert sind“, sagt sie. Wie können sie ihre Kinder sinnvoll beschäftigen? Wo finden sie Anregungen? Darum geht es dann in den Gesprächen. Auch Großeltern wählen jetzt vermehrt die Nummer des Elterntelefons, außerdem Mütter und Väter, die nicht mit ihren Kindern im selben Haushalt leben: „Die Leute sind verzweifelt, weil sie ihre Kinder nicht mehr zu Gesicht bekommen“, erläutert Föhr. Ihnen zu helfen, sei natürlich schwierig, weil direkter Kontakt ja derzeit vermieden werden soll. Aber Videotelefonie sei eine Alternative.

Wer nicht die kostenlose Nummer gegen Kummer oder das kostenlose Elterntelefon (erreichbar montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr) nutzen möchte, kann sich auch direkt an den Kinderschutzbund Viersen wenden: Telefon 02162 21798 oder per E-Mail an dksb.viersen@web.de. 

Der Kinderschutzbund verweist auch noch auf weitere Notruftelefone: „Gewalt gegen Frauen“ (08000 116016), „Schwangere in Not“ (0800 4040020) und das Pflegetelefon (030 20179131).