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Kreis Viersen: Kinder werden seltener

Kreis Viersen : Kinder werden seltener

Der demographische Wandel bedeutet in der Praxis, dass immer weniger Menschen im Kreis Viersen leben. Diese Menschen werden zugleich immer älter sein. Veränderungen, die auch die Kreisverwaltung spürt.

Anschaulich wird der demographische Wandel, wenn man sich eine Grafik mit der Altersverteilung der Menschen anschaut. Waren früher die jungen Jahrgänge die stärksten, liegt heute der Schwerpunkt bei den Kreisbewohnern, die in den 1960er-Jahren geboren wurden. Landrat Peter Ottmann beschreibt das so: "Das Bild wandelt sich vom Tannenbaum zum Bauch und später zur Urne."

Bis die starken Jahrgänge ganz oben angekommen sind, vergehen noch ein paar Jahre. Doch selbst wenn ab sofort wieder viel mehr Kinder geboren werden würden, würde das bis 2030 am Trend nichts ändern. Im Prinzip, sagt der Landrat, könne man daraus folgern, dass es künftig auch weniger Mitarbeiter in der Verwaltung geben werde.

Aufgaben neu verteilen

Das werde aber eher nicht so sein, fügt er gleich an und bekommt Unterstützung vom Kreis-Sozialdezernenten Ingo Schabrich. Verschiebungen werde es geben, sagt der. Mitarbeiter, die im Bereich Schule und Jugend nicht mehr gebraucht würden, kümmerten sich um soziale Fragen und die Belange älterer Menschen. Außerdem, sagt der Landrat, müsse man damit rechnen, dass die Städte und Gemeinden bei sinkender Einwohnerzahl manche Aufgabe nicht mehr allein stemmen könnten und diese an den Kreis abgeben.

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Auf jeden Fall werden die Mitarbeiter der Kreisverwaltung flexibler sein, auch werde es noch mehr Technik geben. Das Personalamt arbeite bereits an einem "Gesundheitsmanagement", damit die Kreisbeamten und -angestellten trotz sich verlängernder Lebensarbeitszeit fit bleiben.

Die Ausweitung der Technik, vor allem des Computereinsatzes, werde ebenso wie die regionale Zusammenarbeit immer wichtiger, sagen sowohl der Landrat als auch der Sozialdezernent. Das sei ein ständiger Prozess, der durch die Alterung noch beschleunigt werde. "Die Familie, die im Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein zusammengeschlossen ist, ist da gut aufgestellt", sagt Ottmann. So sieht es auch Schabrich: "Wir sind anderen Regionen deutlich voraus." Als Beispiel für Aufgaben, die künftig die Technik übernehmen kann, nennt er die Kraftfahrzeug-Zulassung. Die würden dann die Bürger im Wesentlichen selbst online erledigen.

Schabrich weist auf Veränderungen hin, die der demographische Wandel schon heute ausgelöst hat. Planungsprozesse, auch über Regionen hinaus, seien anders geworden. Es werden immer weniger Einfamilienhäuser neu gebaut, dafür steigt der Bedarf an alten- und altersgerechten Wohnungen spürbar. Es werde in Zukunft einen "anderen Städtebau" geben. So werde man darüber nachdenken müssen, ob Kopfsteinpflaster und Rollatoren harmonieren.

Schwieriger werde es künftig für den Kreis Viersen möglicherweise werden, gute Nachwuchskräfte zu finden. Schließlich konkurrieren die Arbeitgeber um die weniger werdenden Schulabgänger ebenso wie die Kommunen um die Einwohner. Ottmanns Rezept lautet hier, auf Qualität zu setzen: "Wir wollen eine gute Behörde mit guter Ausbildung sein und ein guter Arbeitgeber."

(RP)