Viersen: Kinder wagen sich an Mundart-Texte

Viersen: Kinder wagen sich an Mundart-Texte

Die Sieger des 34. Vorlesewettbewerbs des Vereins für Heimatpflege werden am 21. März gekürt. 145 Schüler nahmen teil

Dass Mundart noch immer beliebt ist, bewiesen 145 Schüler von insgesamt 14 Schulen im Kreisgebiet. Sie hatten am 34. Vorlesewettbewerb des Vereins für Heimatpflege Viersen zum vorbereitenden Lesen von Mundarttexten teilgenommen. 84 Schüler kamen in die Endausscheidung, die am Dienstag und am Mittwoch in der Viersener Stadtbibliothek stattfand. Bibliotheksleiterin Christiane Wetter begrüßte die Gäste und lobte den "Mut der Kinder". "Os sproak is Heimat" hatte sie aus Köln übernommen und bat: "Unterstützt mit der Mundart eure Heimat."

Eine Jury wird auch diesmal die Art und Weise beurteilen, wie die Kinder und Jugendlichen die Mundart beherrschen und vortragen. Hella von den Berg moderierte die Veranstaltung, Marieluis Boes, Irmgard Terporten und Sabine Pohl vom Arbeitskreis Mundart im Verein für Heimatpflege Viersen gehörten wieder zu den Juroren, ebenso Manfred Thyssen und Bernd Korischem und Jutta Pitzen von der Stadtverwaltung Viersen. Neu sind in diesem Jahr Klaus Müller vom Heimatverein Waldniel, Alwine Giesen, Elisabeth Rudakonski und Marianne Coenen als Unterstützer dabei.

Zehn Grundschulen haben sich beteiligt und insgesamt 65 Kinder in die Endausscheidung geschickt: die Grundschule Boisheim (elf Schüler), die Gottfried-Kricker-Schule in Anrath (hier hat Lara als einzige Teilnehmerin bereits den Schulpreis gewonnen), die Lambertus-Schule in Breyell (sechs), die Kreuzherrenschule in Brüggen (fünf), die Agnes-van-Brakel Grundschule (vier) und die Grundschule Zweitorstraße in Viersen (neun), die Paul-Weyers-Schule in Dülken (zwölf), die Albert-Schweitzer-Schule in Anrath (sechs), die Brüder-Grimm-Schule in Süchteln (sechs) und die Körnerschule in Viersen (fünf).

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"Sicher wird die Paul-Weyers-Schule wieder die meisten Sieger haben", habe sie sich anhören müssen, berichtete Hella von den Berg. "Doch ohne die Schule wären wir nichts. Dort haben immerhin 53 Kinder am vorbereitenden Lesen teilgenommen." Außerdem sind vier Gymnasien dabei: Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen (fünf Schüler), Clara-Schumann-Gymnasium in Dülken (acht), Thomaeum Kempen (drei) und Liebfrauenschule Mülhausen (drei).

Fünf Erzählungen in Mundart haben die Organisatoren ausgesucht: "Niks ös sieker" ist die Geschichte vom kleinen Fritz und dem neuen Pastor für das erste und zweite Schuljahr. "Di Hän, di jät scheäl kieke" vom Hühnerhof bei starkem Wind lasen die Schüler des dritten und vierten Schuljahres vor, "Di besongere Hootschtäkskes" war dann schon etwas länger und schwerer - für die fünften und sechsten Schuljahre ging es um einen Schüler, der Geld gestohlen hatte. Die siebten und achten Schuljahre hatten den Text "Ene joe Ennvool", bei dem es um eine alte Frau ging, die beim Bäcker ein Brot für ihre Familie gestohlen hatte. Und für das neunte bis zwölfte Schuljahr hieß es bei dem langen Text "Jewoos wii", er handelte von einem Mann, der auf Arbeitssuche war.

Die Juroren haben genau zugehört und müssen nun für die Leseleistung der Schüler Punkte von 0 (ungenügend) bis 15 (sehr gut) vergeben. Ihr Ergebnis werden sie zur Siegerehrung am Mittwoch, 21. März, 15.30 Uhr in der Aula des Dülkener Clara-Schumann-Gymnasiums an der Brandenburger Straße 1 bekanntgeben.

(flo)