Viersen: Kinder gruseln sich in "Shockwarts"

Viersen : Kinder gruseln sich in "Shockwarts"

Stefanie Dally hat einen Gruselparcours für Kinder und andere Halloween-Fans im heimischen Garten gebaut. Heute Abend gibt es zwei Grusel-Strecken: für die kleinen Kinder und für die, die es gerne etwas heftiger mögen.

In der Hugo-Heckers-Siedlung verwandeln sich heute Abend Mütter in Strohpuppen, Skelette warten äußerst lebendig hinter Ecken und die eben noch nette Tante von nebenan ist auf einmal eine mysteriöse Wahrsagerin. Stefanie Dally hat eine blühende Fantasie, sagt sie, und sie mag das Halloween-Fest. Was aus dieser Mischung entsteht, können alle schreckfesten und andere Fans von Hitchcock und Co. in ihrem Gruselparcours bestaunen.

Damit der Parcours rechtzeitig zum Gruselfest Halloween fertig wird, haben alle mitangepackt. Foto: Günter Jungmann

Vom Vorgarten bis auf die Wiese hinter dem Haus geben sich Dally und ihre Mitstreiter ab 18 Uhr alle Mühe, den Kindern nach Lust und Laune eine kalten Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Alles unter dem Motto: "Shockwarts" — Namensgeber war die Schule für Hexerei und Zauberei "Hogwarts", in der Zauberlehrling Harry Potter die Zauberkünste erlernt. "Der eine sammelt Briefmarken, das ist eben meine Leidenschaft", erzählt die 34-Jährige. Die teilt sie mit vielen Freunden, die ihr beim Aufbau geholfen haben. Teilweise haben sie mit 13 Helfern angepackt, damit auf dem 20-Meter-Parcours auch niemand merkt, dass er sich eigentlich in einer idyllischen Familiensiedlung befindet.

Und das sollte gelingen. "Die Tante meines Sohnes wird sich als Strohpuppe verkleiden, ein Kollege kommt mit einer Kettensäge, natürlich ohne Kettenblatt", erzählt sie. Dallys Grusel-Kabinett hat aber noch andere Schocker auf Lager. Eine Hitchcock-Puppe wird durch Lautsprecher im Mund zu sprechen beginnen, die entsprechende Musik sorgt für den Nervenkitzel. "Wir werden Musik aus den Harry-Potter-Filmen spielen und sonst alles, was aus Gruselfilmen bekannt ist. Ich kann eigentlich gar nicht sagen, was mir am besten gefällt", sagt die 34-Jährige.

Es geht ihr aber nicht wirklich darum, die Kinder mit einem Schrecken nach Hause zu schicken. Hinter dem Gruselparcours steckt etwas, das länger halten soll als der Schock durch die als Strohpuppe verkleidete Mutter hinter der Ecke: "Wir haben nur Materialien verwendet, die sonst auf dem Müll gelandet wären", berichtet Dally. Von einem Nachbarn haben sie ausrangierte Rollläden bekommen, ein Förster hat ihnen Holz zur Verfügung gestellt. "So etwas könnte man auch im Rahmen eines Jugendprojektes machen", meint die Erzieherin. Denn hinter der ganzen Gruselei stehe die Botschaft, gemeinsam mit Leidenschaft und Engagement etwas auf die Beine zu stellen. "Jeder hat seine Ideen eingebracht, das ist toll", sagt sie.

Auch Merle-Sophie packt mit an. Die Neunjährige hat weiße Styroporplatten mit schwarzer Farbe in Grabsteine verwandelt. Sie will den Parcours heute Abend ausgiebig testen. "Aber nur im ersten Bereich", sagt sie. Denn Dally hat sich verschiedene Gruselstufen überlegt. "Es gibt einen Bereich für die Kleinen, und es gibt einen Bereich für die Größeren", erklärt Dally. Deswegen könnten die Eltern vorher selbst testen, ob das etwas für ihren Nachwuchs ist. Vor allem aus der Nachbarschaft erwartet Dally viele Besucher. Sarah Haise wohnt nebenan. Sie wird sogar selbst für Gekreische sorgen. "Ich werde mit viel Schminke zum Skelett", sagt sie. Wie sie die Kinder erschrecken will, wisse sie noch nicht. "Ich werde aber kein Mitleid haben", sagt sie mit einem Lächeln.

Für den Fall, dass Sarah Haise ihre Sache zu gut macht, hat Dally mitgedacht — es gibt einen Notausgang.

(RP)