Kinder erfahren mehr über Mantrailing

Viersen : Wenn Webster eine heiße Spur hat

Was Hundenasen alles leisten können, erlebten die Teilnehmer der Ferienaktion „Bauspielplatz“ vom Hubert-Vootz-Haus. Die Freie Rettungshundestaffel des Kreises Viersen zeigte ihr Können

„Wie heißen die Hunde?“, „Darf ich die Leine mal halten?“, „Wie alt sind sie denn?“, „Darf man sie streicheln?“ – das waren die Fragen, die auf die Mitglieder der Freien Rettungshundestaffel des Kreises Viersen niederprasselten, kaum dass sie mit ihren Tieren den Bauspielplatz auf dem Schulhof der ehemaligen Grundschule in Beberich betreten haben.

Zahlreiche Kinderhände wuscheln zärtlich über Hundeköpfe. Die Begeisterung über den tierischen Besuch ist allen anzusehen. „Fast drei Wochen haben wir hier gebaut, es sind tolle Burgen und Häuser entstanden. Jetzt wird es mit unseren Gästen noch einmal besonders interessant. Sie zeigen uns nämlich, wie sie als Mensch-Hund-Team arbeiten “, begrüßt Otto Strutz vom Hubert-Vootz-Haus und Leiter der Ferienaktion „Bauspielplatz“ die Mitglieder der Rettungshundestaffel und auch die zahlreichen Mütter und Väter, die an diesem Abend mitgekommen sind.

Kinder und Eltern haben es sich auf langen Bänken bequem gemacht. Sie haben die handwerklich hergestellten Bauwerke direkt im Blick. Die Atmosphäre erinnert ein wenig an eine Theateraufführung, nur dass es hier verspricht, spannender zu werden. „Wir werden euch zeigen, wie unsere Hunde Menschen finden, die sich auf dem Bauspielplatz versteckt haben“, erläutert Sandra Spranz, die Ausbilderin der Rettungshundestaffel.

Und dann geht es auch schon los. Kate und Lennart dürfen sich zusammen mit Sylke Dziuk und Rolf Engelsberg von der Staffel verstecken. Die Neunjährige entscheidet sich für das Mädchenhaus, in dem sie zusammen mit Dziuk hinter einem Vorhang mitten im Palettenhaus verschwindet. Der siebenjährige Lennart entscheidet sich gemeinsam mit Engelsberg für einen Burgturm als Versteck.

Bei den Zuschauern wird es mucksmäuschenstill, als Spranz ihren Hund Webster holt, ihm Halsband und Leine abnimmt. Der achtjährige Deutsche Pinscher hält sich dicht neben seiner Besitzerin und lässt sie keinen Augenblick aus den Augen. Endlich kommt das Kommando, auf das der Rüde die ganze Zeit gewartet hat. „Such und Hilf“, heißt es von Spranz. Webster schießt, die Nase direkt über den Boden, in den Bauspielplatz hinein. Es geht kreuz und quer über die Fläche, dann ein lautes Bellen. Webster springt um den Burgturm und gibt das Signal, dass er einen Menschen gefunden hat. Zur Belohnung darf der Rüde eine Runde mit seinem Ball spielen, danach geht es weiter – das zweite Paar muss noch gefunden werden.

Für Webster kein Problem. Souverän sucht er den Platz ab und gibt vor dem Vorhang in dem Mädchenhaus erneut Laut. „Ich hätte nie gedacht, dass er uns findet“, sagt Kate voller Staunen.

Nicht nur die jungen Zuschauer wundern sich darüber, was eine Hundenase alles aufspüren kann. Viele der Erwachsenen sind ebenso überrascht. Spranz erklärt, was Mantrailing ist, was ein Flächensuchhund leistet und wie Trümmersuchhunde arbeiten. Und auch, dass eine Hundenase dreidimensional riechen kann, die Ausbildung der Tiere zwei bis drei Jahre dauert, was es mit einem Freiverweiser auf sich hat – es gibt viele Informationen für die jungen und älteren Gäste.

Was aber noch viel spannender ist, sind die anderen Hunde, die die Mitglieder der Rettungshundestaffel mitgebracht haben. Sie demonstrieren ebenfalls, was sie können. Die Kinder verstecken sich weiter und lassen sich von den Hunden der Rettungsstaffel finden. Ein toller Abschluss für die Ferienaktion im Hubert-Vootz-Haus.

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