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Kinder der Agnes-van-Brakel-Schule in Helenabrunn zeigen "Jim Knopf" im Zirkuszelt

Agnes-van-Brakel-Schule in Helenabrunn : Kinder zeigen „Jim Knopf“ im Zelt

Da die Turnhalle der Agnes-van-Brakel-Schule abgebrannt ist, wurde ein Zirkuszelt aufgestellt. Das hat 10.000 Euro gekostet – finanziert durch Spenden. Alle 111 Schülerinnen und Schüler wirken in dem Theaterstück mit, das am Freitag gezeigt wird.

Das Zelt neben der Agnes-van-Brakel-Schule in Helenabrunn steht schon die ganze Woche. In dem Zirkuszelt für 400 Besucher soll aber diesmal keine Zirkusvorstellung stattfinden. Stattdessen werden die 111 Kinder der Schule dort ein Theaterstück aufführen: den Michael-Ende-Klassiker „Jim Knopf“.

Dabei war die Beschaffung des Zeltes eine große Aufgabe für die Schule. „Leider ist vor rund eineinhalb Jahren unsere Turnhalle abgebrannt. Der Neubau verzögert sich immer weiter, und so hatten wir keine andere Möglichkeit, das Stück zu proben und aufzuführen. Für das Zelt mussten wir durchaus tief in die Tasche greifen, was ohne Spenden nicht möglich gewesen wäre“, sagt Schulleiterin Agnes Steinfartz.

Die Kosten von 10.000 Euro, die für Miete und Transport an den Kölner Spielezirkus fällig wurden, wurden durch einen Spendenlauf der Kinder, aber auch viele Spenden lokaler Unternehmen erbracht. „3000 Euro haben die Kinder von ihren Eltern, Großeltern und so weiter erlaufen. Weitere 2000 Euro stammen von lokalen Unternehmen. Da ist vom Optiker bis zum Gerüstbauer alles dabei. Ohne unseren Förderverein hätten wir das ganze Projekt niemals auf die Beine stellen können“, sagt Steinfartz. „Auch die lokalen Schützen haben vor allem beim Aufbau des Zeltes, den wir selbst bewältigen mussten, sehr geholfen. Am Freitag und Samstag haben wir dafür ungefähr sieben Stunden gearbeitet. Mein Respekt für Zirkusleute, die das alle paar Tage machen, ist dadurch in jedem Fall stark gestiegen“, sagt die Schulleiterin schmunzelnd.

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Beim Stück selbst war es den Verantwortlichen wichtig, dass jedes Kind eine Rolle hat. 111 Schülerinnen und Schüler treten auf. Auch die Hauptrollen sind mehrfach besetzt. „In der ersten Hälfte zum Beispiel spielt Emma den Jim Knopf, in der zweiten Hälfte Luis. Bei Lukas ist das auch so“, erzählt die zehn Jahre alte Sofie. Auch die Lokomotive Emma (nicht die oben genannte Darstellerin) wird von Kindern gespielt. „Wir haben in dieser Woche jeden Tag geprobt. Es hat großen Spaß gemacht. Ich bin in einer Szene in der Drachenschule. Da hat Frau Mahlzahn eine Helferin, die die Schüler verprügelt. In der Szene ist unsere Gruppe dabei“, erzählt Sofie.

Allerdings ist Frau Mahlzahn im Theaterstück eigentlich ein Herr Mahlzahn. Gespielt wird die Rolle von Kasimir. „Das Proben macht mir großen Spaß. Außerdem sind die beiden Betreuer, Moritz und Cynthia, wirklich sehr nett“, sagt der Neunjährige. Seinen Text zu lernen, sei kein Problem gewesen. „Das habe ich ziemlich schnell geschafft.“Auch sein Klassenkamerad Mauritz kommt zu einem ähnlichen Urteil. „Man muss sich nur trauen, auf die Bühne zu gehen und auch zu reden“, sagt der Zehnjährige. Schwierig sei nur, da stimmen Mauritz und Kasimir überein, nicht zu lachen. „Die Betreuer machen immer wieder so lustige Sachen“, erzählt Mauritz.

Zwei Vorführungen gibt es. Für die Kinder sind diese ein besonderes Ereignis. Schließlich sind sie nie zuvor vor so vielen Zuschauern aufgetreten. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir die 400 Plätze voll bekommen. Aber wenn wir bei beiden Vorführungen über 200 Besuchern sind, zuzüglich der Kinder, die gerade nicht auftreten, dann wäre das eine tolle Sache“, sagt Steinfartz.

Die Kinder übrigens lernten die Jim-Knopf-Geschichte teilweise erst durch das Theaterstück kennen. „Ich kannte es vorher schon, habe das Buch gelesen und die Filme gesehen. In der Parallelklasse haben sie den Film geschaut“, erzählt Kasimir.

Übrigens ist aus Datenschutzgründen Filmen und Fotografieren bei den Vorstellungen verboten. Dafür wird von Moritz Preen ein offizieller Film erstellt. Der 16-Jährige arbeitet nebenher professionell als Filmer, beispielsweise für Hochzeiten, und soll für die Schule einen offiziellen Film erstellen. „Wie dieser vertrieben wird, das müssen wir noch schauen. Ob jeder Besucher, Eltern oder auch Dritte das Video erwerben können, das wissen wir noch nicht“, sagt die Schulleiterin.