Viersen Kinder bauen Bambus-Tipi

Viersen · Die Mitarbeiter des Naturschutzbundes Krefeld-Viersen zeigen Kindern im Rahmen einer Sommerferien-Aktion, wie sie ein Zelt oder ein Iglu bauen. "Das ist ganz schön viel Arbeit", meint die zehnjährige Alicia.

 Maßarbeit hinter der Schule an der Zweitorstraße: Günter Wessels vom Nabu konstruiert mit den Kindern ein großes Zelt aus Bambus.

Maßarbeit hinter der Schule an der Zweitorstraße: Günter Wessels vom Nabu konstruiert mit den Kindern ein großes Zelt aus Bambus.

Foto: busch

John staunt. "So viel Bambus", sagt der Siebenjährige und blickt mit großen Augen in den Anhänger, der bis oben voll mit frisch geschnittenem Bambus gefüllt ist. "Wir wollen ein Tipi und ein Iglu bauen, dafür brauchen wir jede Menge Bambus", erklärt Günter Wessels vom Naturschutzbund (Nabu) Krefeld-Viersen und greift sich den ersten dicken Packen, um ihn zum Außengeländer der Offenen Ganztagsschule an der Zweitorstraße zu tragen.

Auch John greift zu. Bei ihm sind es allerdings nur ein paar Stangen. Der Bambusberg neben dem Schulgebäude wächst und der im Anhänger wird immer kleiner. Jeder, ob städtischer Betreuer oder Teilnehmer, hilft tragen. Während die anderen noch mit dem Transport beschäftigt sind, schneidet Rene Klinner, Praktikant beim Nabu, die Blätter ab, so dass nur noch das nackte Bambusrohr übrig bleibt. Auch Maurice holt sich eine Gartenschere. "Nur das Grün abschneiden, nicht das eigentliche Rohr kürzen", sagt Klinner und zeigt dem Zehnjährigen den richtigen Umgang mit der Gartenschere. Schließlich sind für den Bau eines Tipis genügend Stangen vorhanden.

Wessels greift sich vier der Stangen und bringt sie in die typische Tipi-Form. Doch ohne Leiter läuft nichts, denn die Stangen müssen unterhalb der Spitze zusammengebunden werden. Kurze Zeit später steht die Leiter inmitten der ersten Stangen, und Klinner bindet sie oben mit Kordel fest zusammen. "Wir stellen jetzt die anderen Stangen dazu und Rene bindet sie immer mal wieder zusammen", erklärt Wessels. Langsam aber sicher erinnert das Stangengerüst immer mehr an ein Tipi. Der nächste Arbeitsgang setzt ein. Es gilt, mit Kordel die vielen Bambusrohre zu verflechten. Maurice weiß schon, wie das geht. Er macht es vor.

Andreas (12) ist die Größte der Kinderschar und kann dementsprechend den oberen Part verbinden, während Sascha (8) und Edda (6) tiefer mit der Kordel hantieren. "Das ist ganz schön viel Arbeit", meint Alicia (10), die sich gerade mit einer Apfelschorle stärkt. "Können wir auch Blätter einflechten?", fragt John und deutet auf den großen Haufen der abgeschnittenen Bambusblätter. Wessels nickt. Auch das ist möglich.

Schließlich ist das Tipi fertig. Mit Begeisterung findet das erste Probesitzen im Inneren statt. Alle sind begeistert. Eine Pause gibt es aber nicht. Schließlich möchte man auch noch ein Iglu bauen. Dass das um einiges schwerer ist, merken die Kinder schnell. "Für ein Iglu brauchen wir viele Bögen, die wir quer übereinander setzen", erklärt Wessels. "Und wir müssen kleine Löcher in den Boden machen, damit die Stangen halten." Dann startet die nächste Bauphase. Mit Elan geht es an die Arbeit - und wie gut, dass so viel Bambus da ist. Denn für ein Tipi und ein Iglu bracht man einiges an Baumaterial, wie die Kinder feststellen.

(tref)
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