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Kempen: Warum Markus Terproten aus Brüggen-Bracht Priester werden will

Primiz in Bracht : Markus Terporten freut sich auf seine Priesterweihe

Der Brachter Markus Terporten wird am Pfingstsamstag zum Priester geweiht. Anschließend tritt er seinen Dienst als Kaplan für Kempen und Tönisvorst an.

Aufgeregt und zugleich in großer Vorfreude: So beschreibt Markus Terporten (35), zurzeit Diakon in Herzogenrath, seine Gefühle. Es dauert nicht mehr lange, dann wird er im Aachener Dom zum Priester geweiht. Am Samstag, 4. Juni, leitet Bischof Dr. Helmut Dieser die feierliche Zeremonie.  Einen Tag später zelebriert Markus Terporten seine erste Heilige Messe in seiner Heimatpfarrei St. Mariä Himmelfahrt in Brüggen-Bracht, gemeinsam mit vielen Priestern und Diakonen, die ihn in den vergangenen Jahren begleitet haben.

Ab Mitte Juni wird es ernst: Dann tritt Terporten seine erste Stelle als Kaplan in Kempen und Tönisvorst an, dort wird er Gottesdienste feiern, die Beichte abnehmen, Kranke salben,  Hochzeiten, Beerdigungen, Taufen leiten – das durfte er bereits als Diakon. Das, was ihm noch fehlt, lernt und übt Terporten seit drei Wochen mit seinen Kollegen in einem Pastoralkurs in Osnabrück. Ab Christi Himmelfahrt geht es dann nach Hildesheim in die Exerzitien.

Mit seiner Heimat ist Markus Terporten eng verbunden. In Bracht ist er mit Eltern, Großeltern und zwei Schwestern auf dem väterlichen Bauernhof aufgewachsen, dort ist er zur Schule gegangen, war Messdiener, hat Ferienfreizeiten begleitet, war und ist aktives Mitglied der Schützengesellschaft Börholz-Alst. Dort leben sein Vater und eine Schwester, die zweite hat es nach Luxemburg verschlagen. In Bracht hat er in seiner Jugend in Pfarrer Johannes Wolters ein priesterliches Vorbild gefunden.

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Worauf er sich freut: „Ich freue mich auf die vielfältigen Begegnungen mit den Menschen, freue mich darauf, meine priesterlichen Aufgaben zu übernehmen“, sagt Terporten. Er wolle die unterschiedlichen Gruppen in den Pfarreien kennenlernen, werde schauen, was in den Gemeinden schon lebendig gelebt werde, was er weiter fördern, wo er sich einbringen könne. „Es gibt sie noch, die klassische Pfarrseelsorge, und ich werde tun, was notwendig ist.“ Keine Illusionen macht er sich darüber, dass Menschen „kommen und gehen“, wie er sagt. Dass er sie vor allem an den Wendepunkten ihres Lebens priesterlich begleitet. „Ich muss die Menschen auch gehen lassen können“, so beschreibt der Diakon die Situation. Was er sich noch vorstellen kann: Wallfahrten zu begleiten. Denn gern verbindet er Wallfahrten mit Urlaub.

Eine solche Wallfahrt unternahm der ausgebildete Immobilienkaufmann, der acht Jahre für das Erzbistum Köln und das Bistum Aachen Liegenschaften verwaltete, 2014. Er  pilgerte von Südfrankreich nach Santiago de Compostela. Damals verfestigte sich  sein Entschluss, Priester zu werden. Terporten kündigte, begann im September 2014 Studium und Ausbildung in Münster: „Ich wollte immer schon Priester werden. Aber mir fehlte der nötige Mut, und ich musste 27 werden, bis ich mich dazu entschloss.“ Für die beiden Freisemester wählte Terporten das polnische Krakau. „Ich wollte etwas Verrücktes machen“, erläutert er. „Außerdem interessierte mich die besondere Frömmigkeit der polnischen Katholiken.“ Eine innige Gläubigkeit habe er erlebt.

Wie er nach den aktuellen Skandalen mit Kritik an der Amtskirche umgehe, dazu sagt Terporten: „Ich stelle die positiven Seiten der Kirche in den Vordergrund. Ich möchte Trost und Freude schenken und kann mich nicht jeden Tag mit den negativen Dingen befassen. Die kann ich als kleiner Mann derzeit nicht ändern. Ich möchte Priester sein und in der Kirche arbeiten.“

Info Primiz am Sonntag, 5. Juni, 13.30 Uhr in  St. Mariä Himmelfahrt in Bracht. Darauf folgt ein gemütliches Beisammensein am Bischof-Dingelstad-Platz. Bei der Andacht (ab 18 Uhr) spendet  der Neupriester den Primizsegen.