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Kreis Viersen: Kein "KK" neben "VIE"

Kreis Viersen : Kein "KK" neben "VIE"

Der Verkehrsausschuss des Kreistages lehnt es ab, das Kennzeichen des früheren Kreises Kempen-Krefeld wieder zu ermöglichen. Die bürgerfreundliche Kooperation mit Krefeld bei der Kfz-Zulassung wird außerdem neu verhandelt.

Das "KK" als Kennzeichen für Fahrzeuge bleibt Geschichte. Der Verkehrsausschuss des Kreistags schloss sich dem Vorschlag des Landrates an, die einheitliche Lösung mit dem Kennzeichen-Beginn "VIE" beizubehalten. Gleichzeitig wird der Kreis mit der Stadt Krefeld über die Kooperation der Zulassungsstellen neu verhandeln. Das bürgerfreundlich gedachte System entpuppt sich für den Kreis als zu kostenträchtig.

Vor allem in Kempen hat man davon geträumt, das Kennzeichen "KK" für Kreis Kempen-Krefeld wieder einzuführen. Aus Sicht der Verwaltung ist das aber unsinnig. "Es gibt diesen Kreis nicht mehr, einige Gemeinden, die ihm damals angehörten, sind anderen Kreisen zugeordnet worden. Dafür erhielt der neu gebildete Kreis Viersen beispielsweise die Gemeinde Niederkrüchten hinzu", erklärt Dezernent Andreas Budde. Mit der Wiedereinführung von alten Kennzeichen bestehe die Gefahr, dass überwunden geglaubte Ressentiments neu aufbrächen. Das heutige Kennzeichen "VIE" sei als "identitätsstiftendes Markenzeichen" zu verstehen.

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Emotional diskutiert

Widerspruch erhob sich in der Politik nicht. Hans Smolenaers (SPD) räumte zwar ein, dass seine Fraktion das Thema breit und emotional diskutiert habe. Aber er enthielt sich, wie Fraktionskollege und Ausschussvorsitzender Hans-Joachim Kremser, der Stimme. Arg überzogen fand Smolenaers allerdings das Argument, die "Ausweitung der möglichen Kennzeichen" erschwere "aus polizeilicher und ordnungsbehördlicher Sicht eine schnelle Wiedererkennbarkeit und Zuordnung durch Zeugen und Polizeibeamte". Er traue der Polizei zu, Kennzeichen zu lesen, wie immer sie zusammengesetzt seien.

Mit zusätzlichen Kosten konfrontiert, ohne dass Mehrfach-Kennzeichen eingeführt werden, ist der Kreis durch eine bürgerfreundliche Geste. Bürger des Kreises Viersen können in Krefeld ihr Auto zulassen oder abmelden. Ein Vorteil für jeden, der dort arbeitet. Krefelder können das auch im Kreisgebiet. Doch buttert der Kreis dafür etwa 40 000 Euro im Jahr zu. Denn Autohäuser und zwei Zulassungsdienste bevorzugen die Krefelder Zulassungsstelle. Die beiden Dienstleister zeigen der Zulassungsstelle des Kreises die kalte Schulter.

Der Kreis wird mit Krefeld neu verhandeln. Ziel: Gewerbliche Unternehmen werden von der Kooperation ausgenommen. Für Privatkunden soll sich nichts ändern. Eine Alternative wäre, dass Krefeld und der Kreis das Gebührendefizit ausgleichen. Kommt es zu keiner Übereinkunft, wird der Vertrag nicht über den 30. November hinaus verlängert. Das will der Kreis aber vermeiden.

(RP)