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Viersen: KatholischeSynergieeffekte nutzen

Viersen : KatholischeSynergieeffekte nutzen

Lösung garantiert

Die Zukunft der beiden Viersener Krankenhäuser scheint gesichert zu sein. Wenn auch die im vorigen Herbst geplante Fusion von AKH Viersen und St.-Irmgardis-Krankenhaus Süchteln am Veto des Bistums Aachen scheiterte, zeichnet sich nun die vom Bistum gewünschte „katholische Lösung“ ab. Nicht die vom Bistum zeitweise favorisierte Maria-Hilf-Krankenhaus GmbH in Mönchengladbach soll nach dem Willen der Verantwortlichen in Süchteln und Viersen zum Zuge kommen, sondern eine katholische Klinikgruppe aus Münster. Bei dem Begriff „Klinikkonzern“ – er fiel gestern bei der Pressekonferenz mehrfach – liegen Befürchtungen nahe, dass hier ein Riese einfällt, der auf Profit aus ist und diesen auf dem Rücken des Personals und zu Lasten einer qualitativ hochwertigen medizinischen und pflegerischen Versorgung der Patienten machen will. Beispiele solcher „Konzerne“ gibt es in Deutschland genug.

Die St.-Franziskus-Stiftung aus Münster steht dagegen für ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein für Personal und Patienten. Die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen hat dies als Trägerin der Stiftung andernorts über viele Jahrzehnte bewiesen.

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VIERSEN (rei) „Wir wollen die medizinische Grundversorgung für rund 170 000 Bürger in der Kreisstadt und im Viersener Westkreis langfristig sichern. Mit der Münsteraner Klinikgruppe haben wir dafür den geeigneten Partner gefunden“, betonte gestern Fritz Meies. Der AKH-Verwaltungsratschef ist als CDU-Politiker auch im Landschaftsverband Rheinland (LVR) tätig. Er sieht bereits eine engere Kooperation mit der Rheinischen Klinik für Orthopädie in Süchteln, deren Träger der LVR ist. Auch die schon jetzt sehr gut funktionierende Zusammenarbeit des AKH mit dem Städtischen Krankenhaus Nettetal könne mit einem Partner von der Güte der Münsteraner Gruppe langfristig gesichert werden, meinte Meies.

Die bereits im Herbst vorigen Jahres bei den Fusionsverhandlungen zwischen Süchteln und Viersen diskutierten Synergieeffekte sollen auch in der neuen Verbundlösung unter Einbeziehung der Münsteraner Gruppe greifen. „Da wird sich nichts ändern“, so Hans Willi Wefers, Verwaltungsleiter des St.-Irmgardis-Krankenhauses. Er und sein Kollege Eckardt rechnen sogar mit weiteren Einsparungen etwa durch einen zentralen Einkauf über Münster. Die Klinikgruppe betreibt für seine Häuser eine eigene Service- und Einkaufsgesellschaft.

Garantie für Arbeitsplätze

Einsparungen beim Personal über Entlassungen soll es nicht geben. Die bereits im Herbst 2007 vereinbarten Arbeitsplatz-Garantien (bis zu 15 Jahre) fürs Süchtelner Krankenhaus-Personal will auch der künftige Partner und Anteilseigner mittragen, wurde gestern versichert. Über die St.-Franziskus-Stiftung könnten alle Beschäftigten zudem von einem vielfältigen Fortbildungsprogramm profitieren. „Das könnten wir alleine gar nicht bieten“, meinte AKH-Geschäftsführer Eckardt.

Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass sich das Bistum Aachen nicht noch einmal quer legt. „Die St.-Franziskus-Stiftung ist auch in Aachen wohl bekannt. Und wir haben das Generalvikariat diesmal über den Stand unserer Verhandlungen stets auf dem Laufenden gehalten“, so Peter Van Vlodrop.

(RP)