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Viersen: Kamphausen: Kein Pfarrer muss gehen

Viersen : Kamphausen: Kein Pfarrer muss gehen

Es war am Wochenende in Viersen seine erste Kreissynode, die der neue Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen, Burkhard Kamphausen, leitete. Den Gottesdienst hielten sein Assessor Pfarrer Michael Windhövel (Krefeld) und Pfarrer Dr. Gerhard Saß (Meerbusch-Lank) in der Kreuzkirche. Im Viersener Gemeindehaus konnte Kamphausen dann den 109 anwesenden Synodalen aus 26 Gemeinden in Krefeld und dem Kreis Viersen sowie Straelen, Wachtendonk und Meerbusch Positives berichten: Bis zum Jahre 2015 wird die Landeskirche keine Pfarrerstelle streichen.

Im Kirchenkreis Krefeld-Viersen sind 51 Stellen vorgesehen und auch besetzt. In den übrigen 39 Kirchenkreisen sehe es "dramatisch anders" aus, so Kamphausen. Auch in der Evangelischen Kirche werden benachbarte Gemeinden künftig kooperieren müssen. Die Ausgaben werden wachsen, bestätigte Otto Fricke, Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bundestag und Kreissynodaler. Also werden langfristig Pfarrerstellen abgebaut. In den kommenden Jahren werden wohl von jetzt 1800 nur rund 1400 Pfarrerstellen übrig bleiben. Dazu fehlt auch noch der Nachwuchs.

Die Kreissynode besteht in diesem Jahr 50 Jahre. Sie wurde 1959 aus der großen Synode Gladbach ausgegliedert, die im 16. Jahrhundert gegründet wurde. Die Synode ist die "Regierung" des Kirchenkreises und tagt zweimal im Jahr. Dazwischen treffen sich regelmäßig die sieben Mitglieder (plus sechs Vertreter) des Synodalvorstandes, die der Synode vorarbeiten. "Die Synode bedeutet eine Wertschätzung der Laien", so Kamphausen. Denn die Mehrheit in der Synode sind Laien, übrigens fast die Hälfte Frauen.

Nach der Entlastung der Jahresrechnung 2006 des Kirchenkreises stand noch eine Ergänzungswahl an: Vertreterin des 3. Synodalältesten wurde die Viersener Ärztin Dr. Claudia Wenzel-Freudenberg (50). Zum Abschluss riet der neue Superintendent Kamphausen allen Gemeinden: "Ihr sollt Eigenständigkeit bewahren, aber zusammenarbeiten." Auf die Zurufe, dass "wir uns doch schon gegenseitig helfen", meinte er: "Wir müssen künftig über unseren eigenen Kirchturm hinausschauen."

(RP)