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Junge Tischler aus dem Kreis Viersen zeigen ihre Gesellenstücke

Viersen : Die geselligsten Möbelstücke

Sie waren Tischler-Lehrlinge, haben jetzt die Ausbildung abgeschlossen. Vier junge Berufsanfänger stellen ihre Gesellenstücke vor — und erklären, was sie an der Arbeit mit dem Werkstoff Holz so fasziniert.

Die Tischler-Innung Kreis Viersen hat jetzt im Berufskolleg Dülken bei einer Feierstunde 21 Auszubildende losgesprochen. Ehren-Obermeister Robert Hellmann hob die Tischler feierlich in den Gesellenstand – und Obermeister Uwe Sötje die drei Jahrgangsbesten hervor: Felix Steinbergs aus Nettetal war bester Prüfling, dahinter folgten Jan Böll, ebenfalls aus Nettetal, und Felix Felder aus Viersen.

    „Mein Vater wollte Schreiner werden, ist aber Polizist geworden. Nun baut er in seiner Freizeit, da habe ich häufig mitgearbeitet. Er hat mir ein Praktikum in einer Tischlerei empfohlen – ein guter Rat! Mein Gesellenstück ist eine besondere Kommode: Die Fronten der Schubkästen sind aus Eiche, beim Gestell habe ich mich für Metall entschieden. Schließlich soll die Kommode auch noch in zehn Jahren halten. Das Besondere: Sie hat ein Geheimversteck, das sich mithilfe eines Magneten öffnen lässt. Diese Kommode kommt jetzt in mein Zimmer zu Hause – und meine alte Ikea-Kommode fliegt raus.“
„Mein Vater wollte Schreiner werden, ist aber Polizist geworden. Nun baut er in seiner Freizeit, da habe ich häufig mitgearbeitet. Er hat mir ein Praktikum in einer Tischlerei empfohlen – ein guter Rat! Mein Gesellenstück ist eine besondere Kommode: Die Fronten der Schubkästen sind aus Eiche, beim Gestell habe ich mich für Metall entschieden. Schließlich soll die Kommode auch noch in zehn Jahren halten. Das Besondere: Sie hat ein Geheimversteck, das sich mithilfe eines Magneten öffnen lässt. Diese Kommode kommt jetzt in mein Zimmer zu Hause – und meine alte Ikea-Kommode fliegt raus.“ Foto: Martin Röse

Bei der Feierstunde wurden aber nicht nur die besten Gesellen geehrt, sondern auch die schönsten Gesellenstücke ausgezeichnet. 100 Stunden hatte jeder Prüfling dafür Zeit, 20 Stunden für die Planung, 80 Stunden für die Umsetzung.

    „Mein Vater ist Handwerker, baut Glasdächer. Mir ist das Material zu kalt. Trotzdem finde ich Handwerk spannend. Ich bin beim Tischlerberuf hängen geblieben, weil er so vielfältig ist. Für mein Gesellenstück wollte ich etwas Schwebendes machen. Eine zwölf Millimeter dicke Plexiglasscheibe hat mir dabei geholfen; die hält die Schubkästen unsichtbar in der Luft. ,Suspensus’ habe ich mein Gesellenstück genannt. Das heißt zu deutsch ,ungewiss, schwebend’. Die Holzfront aus einem speziellen Eichenfurnier namens ,Rough Cut’ wollte ich nicht kaputt machen, indem ich irgendwelche Griffe dran schraube; stattdessen öffnen sich die Türen durch Fingerdruck in die linke obere Ecke.“
„Mein Vater ist Handwerker, baut Glasdächer. Mir ist das Material zu kalt. Trotzdem finde ich Handwerk spannend. Ich bin beim Tischlerberuf hängen geblieben, weil er so vielfältig ist. Für mein Gesellenstück wollte ich etwas Schwebendes machen. Eine zwölf Millimeter dicke Plexiglasscheibe hat mir dabei geholfen; die hält die Schubkästen unsichtbar in der Luft. ,Suspensus’ habe ich mein Gesellenstück genannt. Das heißt zu deutsch ,ungewiss, schwebend’. Die Holzfront aus einem speziellen Eichenfurnier namens ,Rough Cut’ wollte ich nicht kaputt machen, indem ich irgendwelche Griffe dran schraube; stattdessen öffnen sich die Türen durch Fingerdruck in die linke obere Ecke.“ Foto: Martin Röse

Besonders gelungene Entwürfe wurden bei dem Wettbewerb „Die gute Form“ geehrt; zur Jury gehörte unter anderem auch der Vorjahressieger. Sie bewertete die eingereichten Stücke anhand von vier Kriterien – angefangen bei der eigenständigen Idee über Form und Funktion bis zur Konstruktion.

    „Ich habe mir bei meinem Gesellenstück überlegt, was ich selbst gut gebrauchen kann. So bin ich auf den Schreibtisch gekommen. Ich mag es gerne schlicht. Entsprechend einfach ist er gestaltet: Die Kabeldurchlässe sind in Wenge abgesetzt, dazu ein unsichtbares Staufach, damit man keinen Kabelwirrwarr hat. Die Schubkästen sind aus Eiche, einer ist besonders groß, damit dort auch größere Zeichnungen Platz finden. Ich mag das Tischlerhandwerk, weil ich dort haptisch arbeiten und kreativ sein kann. In wenigen Wochen starte ich zu einem Auslandsjob für ein Jahr nach Kanada, werde dort in Vancouver arbeiten. Danach will ich in Münster an der Designakademie studieren. Da werde ich den Schreibtisch gut gebrauchen können.“
„Ich habe mir bei meinem Gesellenstück überlegt, was ich selbst gut gebrauchen kann. So bin ich auf den Schreibtisch gekommen. Ich mag es gerne schlicht. Entsprechend einfach ist er gestaltet: Die Kabeldurchlässe sind in Wenge abgesetzt, dazu ein unsichtbares Staufach, damit man keinen Kabelwirrwarr hat. Die Schubkästen sind aus Eiche, einer ist besonders groß, damit dort auch größere Zeichnungen Platz finden. Ich mag das Tischlerhandwerk, weil ich dort haptisch arbeiten und kreativ sein kann. In wenigen Wochen starte ich zu einem Auslandsjob für ein Jahr nach Kanada, werde dort in Vancouver arbeiten. Danach will ich in Münster an der Designakademie studieren. Da werde ich den Schreibtisch gut gebrauchen können.“ Foto: Martin Röse

Neben drei Preisträgern sprach die Jury auch zwei Belobigungen aus: für Alexander van de Weyer aus Brüggen und Moritz Jansen von Fruhen Messebau aus Viersen. Was sich die drei Preisträger von „Die gute Form“ und die drei Jahrgangsbesten bei ihren Gesellenstücken gedacht haben, erzählen sie selbst.