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Jugendlicher hat sich Raubüberfall mit Gaspistole im Casinogarten ausgedacht

Viersen : Raubüberfall im Casinogarten war frei erfunden

Ein Jugendlicher hatte sich die Geschichte ausgedacht. Er soll Angst gehabt haben, die Wahrheit zu sagen.

Der 15 Jahre alte Jugendliche, der Ende Juni bei der Polizei angegeben hatte, er sei im Casinogarten überfallen worden, hat sich die Tat nur ausgedacht. Das haben Ermittlungen der Polizei ergeben. „Der Viersener hatte diesen Sachverhalt aus Angst und um seine tatsächlich vorhandenen schweren Verletzungen erklären zu können, erfunden“, erläutert eine Polizeisprecherin.

Der 15-Jährige und seine Mutter hatten bei der Polizei angezeigt, er sei am Sonntag, 30. Juni, im Casinogarten von drei Jugendlichen angesprochen worden. Das Trio soll sein Mobiltelefon und sein Portemonnaie gefordert haben. Als er beides nicht rausgeben wollte, sollen die drei auf ihn eingeschlagen haben. „Einer der Täter zog nach ersten Erkenntnissen eine Schreckschusswaffe, mit welcher er dem 15-Jährigen offenbar auf den Kopf schlug“, berichtete damals eine Polizeisprecherin. „Möglicherweise löste sich in dem Handgemenge auch ein Schuss aus der Waffe.“ Die drei Jugendlichen flüchteten. Der 15-Jährige musste ins Krankenhaus, er war schwer verletzt. Dort soll er festgestellt haben, dass Smartphone und Portemonnaie fehlen.

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Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizeiermittler hatte sich der 15-Jährige aber mit einer geladenen Gaspistole an jenem Sonntag an der Rahserhütte an der Bendstraße aufgehalten. Weitere Jugendliche sollen dazu gekommen sein. „Der 15-jährige, bisher unbescholtene Viersener prahlte mit der Waffe“, sagt die Polizeisprecherin. „Ein polizeibekannter 17-jähriger Viersener wollte die Gaswaffe auch mal haben und übergab dem 15-jährigen als Pfand sein Smartphone.“ Über die Rückgabe seien die beiden in Streit geraten, es habe sich eine Schlägerei entwickelt. „Im Verlauf dieser Schlägerei soll der 17-Jährige mit der Gaswaffe zugeschlagen haben, wodurch der 15-Jährige so schwere Verletzungen erlitt, dass er nach einer Operation für mehrere Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden musste“, sagt die Sprecherin. Letztendlich hätten die Kontrahenten ihr Eigentum wieder ausgetauscht, „jeder ging seines Weges“.

Die Ermittler stellten die Waffe in der Wohnung des 15-Jährigen sicher. Als er vernommen wurde, gab der Jugendliche zu, den Raub vorgetäuscht zu haben. Darüber hinaus gestand der 17-Jährige, der ihn mit der Waffe geschlagen hatte, die Körperverletzung.

(naf)