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Jugend musiziert auf hohem Niveau im Kreis Viersen

Regionalwettbewerb : Jugend musiziert auf hohem Niveau

Fast alle Schlagzeuger sehen sich beim NRW-Landeswettbewerb in Köln Anfang März wieder.

Der Auftakt zum 56. Regionalwettbewerb Jugend „musiziert“ lässt staunen. 25 Punkte kann die Jury maximal vergeben. Die holt mit dem Schlagzeug Leon Günther ein. Er spielt in der Altersgruppe der 17- bis 18-Jährigen; Unterricht hat er bei der Kreismusikschule Viersen. Natürlich hat er mit seiner herausragenden Leistung die Qualifikation für den Landeswettbewerb gleich mit erhalten.

Besonders erfreulich ist das insgesamt hohe Leistungsniveau der Schlagzeuger. Fast alle erhalten die Empfehlung für den NRW-Landeswettbewerb vom 6. bis 10. März in Köln. Ausnahme: Die beiden Gäste aus Aachen. Nicht, dass ihre Leistungen nicht reichen würden, im Gegenteil. Aber Tobias Frank und Adrian Kolewa sind beide noch keine 13 Jahre alt und damit noch zu jung für die Teilnahme am Landeswettbewerb.

Und die anderen? Die erhielten alle den ersten Preis und fahren zum Landeswettbewerb. Sebastian Schaffer aus Mönchengladbach erspielte 24 Punkte, von den Schülern der Kreismusikschule erhielten Maximilian Fellermann 24 und Roman Liedtke 23 Punkte. So viele erzielte auch Rik Brömmelhaus, der Gast aus Essen.

Aus dem Lambertsartzimmer des Forums Viersen klingen Béla Bartóks Rumänische Tänze. Hier geht es noch locker zu, Maike Scheel (Klarinette) und Margarethe Heimann (Klavier) sind noch beim Einspielen. Da darf an den Einsätzen und den Tempi noch ein wenig gefeilt werden. Im Prinzip läuft es, dem Vorspiel können beide gelassen entgegensehen.

Als Duo treten Viktoria Poder (Klavier) aus Viersen und Amy Thomas (Querflöte) aus Kempen an. Sie spielen in der Altersgruppe der Elf- bis Zwölfjährigen. Beide sind Schülerinnen, Viktoria am Albert-Magnus-Gymnasium in Dülken, Amy am Thomaeum in Kempen. Beliebig viel Zeit haben sie zum Üben nicht, aber täglich 30 bis 45 Minuten für ihr Instrument müssen irgendwie eingerichtet werden. Von langjähriger Routine kann in diesem Alter natürlich noch nicht die Rede sein. Immerhin: Viktoria ist zum vierten, Amy zum dritten Mal bei „Jugend musiziert“ dabei. Die Aufregung hält sich nach ihrer Auskunft in Grenzen. In der Tat sind sie schon sehr sicher im Auftreten. Ihr Lieblingsstück ist der Horn-Blues von Christopher Norton, romantisch klingt die Schwedische Idylle von Wilhelm Popp.

In der gleichen Alterststufe haben die Dülkenerin Clara Rensch (Klavier) und Elisa Thiery (Klarinette) aus Schwalmtal zum Duo zusammengefunden. Sicher und flüssig spielen sie ein Allegretto von Mozart; ihr Lieblingsstück ist der flotte „Samtpfoten Swing“ von Manfred Schmitz.

Auch Pauline Krull von der Mönchengladbacher Musikschule gehört zu Gruppe der Elf- bis Zwölfjährigen. Sie verfügt über eine sehr sichere Bogentechnik. Energisch setzt sie am Frosch ein und beherrscht einen eleganten Wurfbogen. Sorgfältig spielt sie in einem Largo von Vivaldi die musikalischen Phrasen aus. Tonbildung und Intonation sind schon erfreulich gut entwickelt.

Für manche Instrumente wie die Geige ist Anzahl geeigneter Kompositionen fast unübersehbar, für andere wie die Bratsche wurde nur wenig komponiert. Lara Bertus (zusammen mit Liska Hintzen am Klavier) stellt mit Glasunows Elegie op. 44 eine Original-Komposition vor, Sara Sabbouh zeigt, dass Telemanns erste Solofantasie für Geige auch auf der Bratsche zum Klingen zu bringen ist.

Das Gesamtspektrum der Leistungen reicht von gediegenem Amateurniveau bis zu professioneller Virtuosität. Auch Jungstudenten sind zugelassen. Mit Bach-Solosonaten und Paganini-Capricen treten Tina Krumik und Eva Otto an. Da wird schon in einer sehr anspruchsvollen Liga gespielt,

Jede Jury besteht aus drei Fachleuten und einem Beisitzer. Natürlich sind alle Teilnehmer auf ihre Bewertungen gespannt. Aber die beiden Musikschulleiter Ralf Holtschneider und Christian Malescov werden nicht müde, an das alte olympische Prinzip zu erinnern. So erfreulich auch hohe Punktzahlen sind: Nicht der Sieg ist wichtig, sondern die Teilnahme. Sie ist für die Jugendlichen mit wertvollen Erfahrungen verbunden.