Bildung in Brüggen Brüggens beste Nachwuchs-Forscher

Brüggen · Bienen, Batterien und umweltfreundliche Wunderkerzen: Das sind einige der Themen, mit denen Jugendliche der Gesamtschule Brüggen beim Wettbewerb „Jugend forscht“ erfolgreich waren. Zudem gab es Sonderpreise.

 Simon Rehberg (18) und  Annalea Swigon (19)  lernen in der Q2 an der Gesamtschule Büggen. Sie haben einen Regionalsieg in Chemie eingeheimst. Sie haben eine Redox-Flow-Zelle gebaut, die Energie speichert. 
  Foto: Unternehmerschaft Niederrhein

Simon Rehberg (18) und  Annalea Swigon (19)  lernen in der Q2 an der Gesamtschule Büggen. Sie haben einen Regionalsieg in Chemie eingeheimst. Sie haben eine Redox-Flow-Zelle gebaut, die Energie speichert. Foto: Unternehmerschaft Niederrhein

Foto: Unternehmerschaft Niederrhein

Jubel bei der Gesamtschule Brüggen, nachdem die Ergebnisse von „Jugend forscht“ mitgeteilt wurden: Gleich sechs Sieger-Forscher und ein Sieger-Lehrer sind dort zu finden.

Die Unternehmerschaft Niederrhein hatte erneut den niederrheinischen Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ ausgerichtet; sie kürte insgesamt zehn Regionalsieger und weitere Preisträger

 Annalea Swigon (19) und Simon Rehberg (18), Schüler der Q2, haben einen Regionalsieg in Chemie eingeheimst. Die beiden haben ihr 2021 begonnenes Projekt zur Entwicklung einer Redox-Flow-Batterie weitergeführt, mit einem Schwerpunkt auf der Erprobung verschiedener Elektrolyte. Dafür haben die beiden eine energiespeichernde Redox-Flow-Zelle gebaut: „Wir haben uns für diesen Schwerpunkt entschieden, da erneuerbare Energien immer weiter in den Vordergrund rücken“, erklärt Rehberg. Die Forschungszeit hat den beiden Oberstufenschülern Spaß gemacht – und auch mal Frust gebracht: „Wenn ein Experiment mal nicht funktioniert hat.“

Ebenfalls einen Regionalsieg in Chemie hat Marla Simon (16) erzielt. Außerdem kann sie sich noch über den  Sonderpreis „Energiewende“ freuen. Bei ihrer Projektarbeit hat sie sich mit der Zukunft der Energie in Form von Solarzellen beschäftigt. Unterstützung erhielt sie von der Universität Köln: Sie stellte unterschiedliche Zelltypen her und bewertete anhand unterschiedlicher Kriterien die Effektivität. Zunächst untersuchte die Zehntklässlerin Perowskit-Solarzellen: „Durch das verwendete Blei ist die Perowskit-Solarzelle hoch giftig und problematisch für die Umwelt“, erklärt die junge Forscherin. Deshalb hat Simon eine weniger effektive, jedoch bleifreie Variante angefertigt.

 Marla Simon (16) erzielte ebenfalls einen Regionalsieg.

Marla Simon (16) erzielte ebenfalls einen Regionalsieg.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Jan Altenburg (14) hat mit seiner Forschungsarbeit über Honigbienen den Sonderpreis Umwelttechnik nach Brüggen geholt: „Ich habe untersucht, wie ein Bienenstaat funktioniert und wie man den Imkern, aber auch den Bienen das Leben einfacher machen kann“, erklärt der Achtklässler. Der betreuende Lehrer Christian Croonenbroek und ein Freund der Familie haben Jan  geholfen, dieses Thema zu finden.

 Jan Altenburg hat den Sonderpreis Umwelttechnik erreicht.

Jan Altenburg hat den Sonderpreis Umwelttechnik erreicht.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Die Schülerinnen Mia Croonenbroek (13) und Amelie Fritzsche (12) konnten als Drittplatzierte mit ihrer Projektarbeit über „Umweltfreundliche Wunderkerzen“ im Bereich  Chemie überzeugen. Wie die beiden Siebtklässlerinnen auf ihr Thema gekommen sind? „Wir haben ein Video darüber gesehen, wie schädlich Wunderkerzen für die Umwelt sind“, erzählen sie. „Wir dachten uns: Da muss es doch eine umweltfreundliche Alternative geben.“ Für ihre Arbeit wurden sie außerdem mit dem Sonderpreis der Hochschule Niederrhein belohnt.

 Ungewöhnliches Thema: Mia Croonenbroek, Amelie Fritsche (r.). Foto  : JKN

Ungewöhnliches Thema: Mia Croonenbroek, Amelie Fritsche (r.). Foto : JKN

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Christian Croonenbroek, Chemie- und Mathelehrer sowie Vater von Mia, hat die Nachwuchs-Naturwissenschaftler in einer Unterstufen-Arbeitsgemeinschaft und in einem  Projektkursus in der Oberstufe betreut: „Es ist eine wunderbare Arbeit“, sagt er. Noch dazu eine, für die er zwei Preise erhielt: den Sonderpreis für engagierte Talentförderer und den Sonderpreis „Einladung zum Workshop Digitalisierung, Schule und außerschulische Lernorte“.

 Auch Lehrer Christian Croonenbroek erhielt zwei Preise.

Auch Lehrer Christian Croonenbroek erhielt zwei Preise.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Über eine solche  Siegesserie freuen sich nicht nur die Gewinner: „Das löst Glücksgefühle in einem bislang unbekannten Maße aus. Ich habe mir die Online-Verleihung angeschaut und war euphorisiert, was unsere Schüler da abgeräumt haben“, sagt Schulleiter Heiko Glade. „So eine tolle Truppe hat sonst keine Schule im Kreis Viersen.“ Was ihn besonders freut: Dass auch viele Forscherinnen gewonnen haben. „Das ist ein super Zeichen, dass Naturwissenschaft auch von Mädchen bedient werden kann“, so Glade.

Bei einigen Gewinnern hat der Wettbewerb „Jugend forscht“ und der naturwissenschaftliche Unterricht nachhaltig Wirkung gezeigt: Simon Rehberg etwa, der gerade Abitur macht, möchte  Medizin studieren. Seine Forscher-Kollegin Annalea Swigon schlägt thematisch einen anderen Weg ein, will aber auch nicht der Naturwissenschaft den Rücken kehren.