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Viersen: Jochen Häntsch hört nach 45 Jahren auf

Viersen : Jochen Häntsch hört nach 45 Jahren auf

Am 30. Juni geht eine ganz besondere Ära zu Ende: Jochen Häntsch, der frühere stellvertretende Bürgermeister Viersens verlässt den Stadtrat. Der 77-jährige Viersener will weiter helfen, aber es ruhiger angehen lassen.

Wenn Jochen Häntsch an das Ende seiner Ratstätigkeit denkt, wird sein Blick nachdenklich. "Es fällt mir schwer. Wie ich damit zurechtkomme, das weiß ich noch nicht. Es war ein großes Stück meines Lebens. Aber ich bin 77 Jahre alt und mit dem zufrieden, was ich erreicht habe. Wenn man den Absprung verpasst, finde ich das viel schlimmer, als wenn ich jetzt freiwillig gehe", sagt er. 45 Jahre gehörte er dem Rat der Stadt Viersen an. Dort habe er viel erreicht. "Ohne den Rückhalt der Familie kann man eine solche Arbeit nicht leisten. Ich kann insbesondere meiner Frau Gisela nur danken", sagt Häntsch.

Der Startschuss seines kommunalen Wirkens fiel 1968 als sachkundiger Bürger im Kulturausschuss. 1969 fand sich Häntsch als Mitglied im Übergangsrat zur kommunalen Neugliederung von Viersen wieder. Seine Partei, die SPD, hatte ihn vorgeschlagen. "Das war damals eine Überraschung für mich", erinnert sich Häntsch. Damit waren die Weichen gestellt. Häntsch wurde 1970 Ratsmitglied und übernahm fünf Jahre später den Vorsitz des Sozialausschusses. Zusätzlich wurde er stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Zu den Sitzungen fuhr der sportliche Viersener dabei mit dem Rad, das macht er bis heute.

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Ganze 20 Jahre, von 1979 bis 1999, war er zudem stellvertretender Bürgermeister. "Ich habe meine Arbeit nie als Hobby, sondern als ehrenvolle und verantwortungsvolle Aufgabe gesehen", betont Häntsch. Das spiegelt sich auch in dem wider, was der Viersener durch seinen Einsatz erreichte. Häntsch setzte viele soziale und jugendpolitische Projekte mit um. Auf drei Dinge ist er besonders stolz: die Gründung des Kinderschutzbundes für Viersen, den er initiiert hat, die Gründung der Gesamtschule und sein Einsatz für die städtischen Kindertagesstätten. In den 1970er-Jahren gab es in Viersen nur konfessionelle Kindergartenträger. Erst nach dem Einsatz der Politik wurden städtische Einrichtungen gegründet.

Auch wenn Häntsch seine Ratstätigkeit nun aufgibt: Der Viersener will weiterhin in den Krankenhausgremien der Stadt mitarbeiten, um das Gesundheitswesen auszubauen. Das im Laufe der Jahre erworbene Fachwissen will er weiter einbringen. "Und wer meine Hilfe braucht, kann sich immer an mich wenden", sagt er.

(tref)