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Kreis Viersen: Jeder Tropfen Blut zählt

Kreis Viersen : Jeder Tropfen Blut zählt

Donnerstag ist Weltblutspendetag. RP-Volontärin Jasmin Maus (25) wagte den Selbstversuch und stellte fest, dass gute Vorbereitung wichtig ist. Das DRK-Team vom Blutspendedienst West weiß: Jeder Spender wird gebraucht.

Zu der Sorte Mensch, die beim Anblick vom kleinsten Tropfen Blut zittrige Knie bekommen, gehöre ich nicht. Als besten Beweis rufe ich mir die Blutabnahme beim Hausarzt vor vier Wochen vor Augen — die war nämlich ein Klacks. Blöd nur, dass die Erinnerung schlagartig verblasst, als ich die Treppen zur Anmeldung empor schreite. Insgesamt fünf Liegen haben in dem kleinen, schmalen Raum Platz.

Medizinisches Material steht bereit. Vier in weiß gekleidete Männer und Frauen laufen umher und es riecht nach Desinfektionsmittel. Zum Weltblutspendetag habe ich mich entschlossen, selbst Blut zu spenden — zum ersten Mal. Das Team vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) empfängt mich mit einem freundlichen Lächeln. Alleine bin ich nicht. Zwei weitere Damen warten vor dem Anmeldetisch. Am Ende des Tages werden es 50 Spender sein.

Bevor ich so weit bin, muss ich mich zunächst registrieren lassen. Der ehrenamtliche Bereitschaftsleiter des DRK, Gregor Braun, nimmt meine Daten auf und erklärt den Ablauf. Noch ist alles harmlos. Zunächst muss ich ein Formular ausfüllen. Es wird nach Krankheiten gefragt, nach Allergie, Drogenabhängigkeit. Dann geht's weiter zum ersten Arzt. Jörg Kaiser überprüft den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Frauen dürfen einen Wert von 12,5 Gramm pro Deziliter nicht unterschreiten. Ich habe 15,1 — darf also weiter zum nächsten Arzt.

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Fragebogen wird kontrolliert

Bei der Untersuchung kontrolliert Michèle von Danwitz den ausgefüllten Fragebogen und misst meinen Blutdruck. Mit dem Ergebnis ist sie weniger zufrieden. 95 zu 70 — das sei viel zu niedrig. Der obere Wert müsse mindestens bei 100 liegen. Als sie mitbekommt, dass meine Ernährung über den Tag nicht die reichhaltigste gewesen ist und ich nur drei kleine Gläser Wasser getrunken habe, rät mir die Ärztin eindringlich: "Sie müssen mindestens noch vier Gläser Wasser trinken, dazu würde ich noch ein Brötchen essen, sonst kann es bei der Spende zu Kreislaufproblemen kommen."

Gesagt, getan. Nach einer kurzen Stärkung (knapp ein Liter Wasser und zwei Käsebrötchen) wird noch einmal nachkontrolliert. Doch die schwüle Luft in dem Blutspendemobil scheint mir nicht so recht zu bekommen. Mein Kreislauf macht mir einen Strich durch die Rechnung. Das Ergebnis: Am Ende des Tages gehöre ich nicht zu 50 Menschen, die exakt 528 Gramm (das entspricht einem halben Liter) Blut gespendet haben. So wie mir ergeht es an dem Tag noch drei weiteren Spendewilligen.

"Das ist schade. Beim nächsten Mal müssen Sie sich einfach besser auf den Termin vorbereiten", rät von Danwitz. Reichlich Flüssigkeit und eine fettarme Mahlzeit seien das A und O. Die gute Nachricht: "Im Kreis Viersen gibt es jährlich mehr als 100 Blutspendetermine", berichtet DRK-Ortsvorsitzender Paul Mackes.

Bei einem davon werde ich mein Glück — entsprechend gut gerüstet — erneut versuchen. Denn eins steht fest: Auch wenn Blutspenden mehr als nur ein kleiner Pieks in den Unterarm ist: Der Aufwand kann Leben retten.

(RP/rl)