Jazzfestival Viersen: Sebastian Manz und Sebastian Studnitzky stellen ihr Leonard-Bernstein-Projekt vor

Jazzfestival Viersen : Klassik trifft Jazz in der „Bernstein-Story“

Eine erfolgreiche Operation am offenen Herzen des Jazz gelang dem klassischen Klarinettisten Sebastian Manz und dem renommierten Jazz-Pianisten Sebastian Studnitzky mit ihrem gemeinsamen Leonard-­Bernstein-Projekt im Ernst-Klusen-Saal.

Ihre Dekonstruktion der Kompositionen des großen amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts erwies sich als ebenso lehrreich wie unterhaltsam – auf höchstem musikalischen Niveau.

Zu Beginn widmeten sich die beiden einem erklärten Vorbild Bernsteins, Igor Strawinsky. Den Einfluss dieses Wegbereiters der Neuen Musik auf Bernstein verdeutlichten Collagen aus Sonaten beider Komponisten. Mit dem vorgegebenen Material gingen Manz und Studnitzky sehr frei um. So fügte Studnitzky elektronisch verfremdete Elemente hinzu, Manz nahm sich Freiräume zur Improvisation. Auf elektronisch aufgebrochene kammermusikalische Elemente folgten swingende Momente, geloopte Piano-Sequenzen verwiesen auf die Minimal Music eines Steve Reich.

In ihrer Demonstration der gegenseitigen Befruchtung der Genres bewiesen Manz und Studnitzky in eindrucksvoller Weise, dass der Jazz in seiner Gesamtheit nicht ausschließlich auf dem afroamerikanisch geprägten Swing-Aspekt aufbaut, sondern eben auch auf der europäisch geprägten Kunstmusik und Folklore unterschiedlicher Epochen. Beeindruckend.

(dmai)
Mehr von RP ONLINE