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Jazz in Burg Brüggen: Konzert mit Sensibilität und Temperament

Kultur in Brüggen : Konzert mit Sensibilität und Temperament

Freuen durfte sich Schlagzeuger André Spajic nicht nur darüber, dass das Konzert mit der vorzüglichen Sängerin Fola Dada und seinem Blue Motion Trio ausverkauft war. Erfreulich war für ihn wie für die Zuhörer vor allem, dass die rheinisch-schwäbische Zusammenarbeit bei „Jazz in der Burg“ so tadellos funktionierte.

Die drei Instrumentalisten sind ohnehin bestens aufeinander eingespielt. Der Mönchengladbacher Spajic und seine beiden Kollegen, der Pianist Martin Sasse aus Köln und der Bassist Walfried Böcker aus Neuss, haben erst kürzlich  mit dem Mönchengladbacher Gitarrenvirtuosen Joscho Stephan eine CD eingespielt. Neu hinzu gekommen war die Stuttgarterin Fola Dada. Die Sängerin harmonierte in Burg Brüggen musikalisch glänzend mit den drei Instrumentalisten, und man hatte den Eindruck, dass auch menschlich die Chemie im Quartett stimmte. Mit ihren Improvisationen überzeugten alle vier Akteure vom ersten Stück an. Wohltuend war der authentische Klang; es wurden keine elektronischen Schnipsel von einem Computer hineingemischt. Schön, dass Martin Sasse seine ausgezeichneten Improvisationen auf einem Bechstein-Flügel und nicht auf einem Keyboard spielte. Fola Dada, der sympathische Gast aus dem Schwabenland, begeisterte sowohl durch souveräne Stimmbeherrschung wie durch große Ausstrahlung. Ansprechende Swing-Titel, südamerikanische Rhythmen und Evergreens beliebter Komponisten wie Cole Porter wurden mit Temperament, aber auch mit Lyrik und Sensibilität vorgetragen. gho-

(gho-)