Jazz-Circle war Gastgeber der Sommermatinée in der Villa Marx in Viersen

Matinée in Viersen : An sommerlichem Vormittag dynamisch gejazzt

Das Duo Jean-Yves Braun (Gitarre) und Marcel Grothues (Kontrabass) spielte bei der Sommermatinée des Jazz-Circles.

(gho) Jazz hat in Viersen eine lange Tradition. Das schließt aber nicht aus, dass die Verantwortlichen des Jazz-Circle gern Neues ausprobieren. Gleich zweierlei, meinte Vorsitzende Brigitta Nolte, gäbe es in der Villa Marx zum ersten Mal. Zum ersten sei der August in Viersen bisher immer jazzfrei gewesen, und zum zweiten habe man noch keine Erfahrungen mit Matinéen. Beides sollte sich jetzt mit der ersten Sommermatinée am Vormittag ändern. Und die Erfahrung war so positiv, dass fürs nächste Jahr eine Fortsetzung ins Auge gefasst wird.

Das Duo Jean-Yves Braun (Gitarre) und Marcel Grothues (Kontrabass) wollte mit „Night and Day“ von Cole Porter zum Auftakt „etwas Ruhiges bringen“. Aber da blieb es beim Vorsatz. Schon das Thema wurde nicht einfach vorgetragen, sondern mit Raffinesse umspielt und ausgeschmückt. Und als es ans Improvisieren ging, waren beide Musiker kaum zu halten. Da wurde kräftig das Tempo angezogen. Nicht nur Rhythmus und Swing waren im Spiel. Bei „I Can‘t Give You Anything but Love“ griff Grothues statt zum Bass ebenfalls zur Gitarre, und auch die kann er tadellos spielen. Mit den Solo- und Begleitfunktionen wechselten sich beide Gitarristen ab.

Stilistisch wurzelte ihr Spiel in der Tradition des Gypsy-Jazz eines Django Reinhardt. Das Programm berücksichtigte traditionellen Jazz ebenso wie Titel aus Mexiko („Bésame mucho“), Filmmusik („As Time Goes By“) und französische Musette im Dreiviertel-Takt. Dankbar aufgenommen wurden vom Publikum schließlich zwei Zugaben, „Tico-Tico no Fubá“ und, mit ausdrücklicher Aufforderung zum Mitsingen, „Aux Champs-Élysées“.

(gho)
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