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Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel soll erweitert werden

Bauvorhaben in Schwalmtal : Realschule bekommt einen Neubau

Die Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel soll Schülern und Lehrern bald mehr Platz bieten. Vorschläge eines Architekturbüros dazu fanden große Zustimmung der Fraktionen. Die Erweiterung kostet rund eine Million Euro.

Einstimmig hat sich der Schulausschuss am Dienstagabend dafür ausgesprochen, die Janusz-Korczak-Realschule in Waldniel zu erweitern. Gleichzeitig sollen im bestehenden Schulgebäude einige Räume umgebaut werden, um so für Schüler und Lehrer mehr Platz zu schaffen. Dass die Erweiterung notwendig ist, zeigte sich im vergangenen Jahr, als Fachleute das Ergebnis der Schulentwicklungsplanung für die Schulen im Grenzland vorlegten. Mit der Schulentwicklungsplanung einher ging damals auch ein Raumkonzept, das verschiedene Anforderungen – etwa Platz für Nachmittagsbetreuung, für Lerngruppen, für die Rückkehr von G8 zu G9 an Gymnasien – berücksichtigte. An der Realschule fehlten, so stellten die Berater fest, Räume für die Inklusion und Räume für den musischen und naturwissenschaftlichen Unterricht. Auch das Lehrerzimmer sei zu klein.

Das Architekturbüro Wechselberger und Hiepen hat nun Vorschläge erarbeitet, wie sich diese Probleme lösen lassen. In der Sitzung stellten die Mönchengladbacher Architekten die Planung kurz vor, und für ihre Ideen erhielten sie nicht nur die Zustimmung der Politik, sondern auch der Schulleitung. Wie Realschulleiterin Bärbel Bünger erklärte, sei mit der Planung „alles erfüllt worden, was man sich für eine moderne Schule wünscht“.

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Durch Erweiterung und Umbau soll es für die Schulverwaltung und die Lehrer mehr Platz geben. Das Lehrerzimmer wird um einen Arbeitsbereich erweitert. Eine mobile Trennwand zwischen Lehrerzimmer und Arbeitsbereich kann entfernt werden, damit dort auch größere Veranstaltungen durchgeführt werden können. Bünger lobte im Ausschuss diese Möglichkeit und damit die Chance, auch mal mit den Kollegen von beiden Realschulstandorten aus Niederkrüchten und Schwalmtal konferieren zu können. Räume, die für die Inklusionsarbeit vorgesehen sind, wurden ebenso eingeplant wie ein naturwissenschaftlicher Fachraum und zwei musische Fachräume.

Insgesamt werden die Kosten für diese Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen auf 1,04 Millionen Euro geschätzt, inklusive Ausstattung. Die Arbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und 2020 abgeschlossen werden. Die Gemeinde rechnet damit, 90 Prozent der Kosten mit Geldern aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz II stemmen zu können, den Rest mit Mitteln aus der Schul- und Bildungspauschale.

Nachdem nun die Planung vorliegt, sprach sich der Schulausschuss ebenfalls einstimmig dafür aus, die Verwaltung damit zu beauftragen, ein Planungsbüro mit den weiteren Schritten zu beauftragen, damit die Handwerker 2019 mit dem Bau beginnen können.

Darüber hinaus könnte zwei Jahre später eine Erweiterung um zwei Klassenräume folgen. Dafür legte das Architekturbüro Wechselberger und Hiepen jetzt ebenfalls schon einen Entwurf vor. Grund für die vorsorgliche Planung hier ist die Rückkehr der Gymnasien von G8 zu G9. Derzeit nutzt die Realschule Klassenräume im Altbau des benachbarten St.-Wolfhelm-Gymnasiums. Mit der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren ist damit zu rechnen, dass das Gymnasium in einigen Jahren mehr Schüler hat, für die Klassenräume benötigt werden, die Räume also nicht mehr der Realschule zur Verfügung gestellt werden können. Für diesen Fall haben die Architekten nun schon geplant und berechnet, was die Erweiterung der Realschule um zwei Klassenräume plus einen Inklusionsraum kosten würde. Für den Bau rechnen die Architekten mit rund 420.000 Euro, für die Ausstattung mit rund 50.000 Euro. Der Schulausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu, die Kosten für diesen zweiten Bauabschnitt in die Finanzplanung der Jahre ab 2021 aufzunehmen, wenn sich ein Bedarf abzeichnen sollte. Dazu erklärte Bünger: „Wir würden uns freuen, wenn in nächster Zeit auch die weiteren Klassenräume hinzukämen.“

Die Architekten haben „einen zurückhaltenden Baukörper“ mit Flachdach entworfen, von dessen Begrünung sie mit Blick auf die dauerhafte Pflege und Kontrolle solcher Dächer abraten. Auf die Frage Marco Kuhns (SPD) nach einer Flachdach-Begrünung fasste Architekt Andreas Hiepen zusammen: „Wenn das Eichhörnchen vergessen hat, wo es die Früchte verbuddelt hat, wachsen da Bäume.“