Viersen: "Ja" zu mehr Bahn

Viersen: "Ja" zu mehr Bahn

Viersens Politiker befürworten im Rahmen der Regionalplanung den Ausbau des Schienenverkehrs im Kreis. Zustimmung gibt es für die Erweiterung der Regiobahn und die Zweigleisigkeit zwischen Dülken und Kaldenkirchen.

Für Bürgermeister Günter Thönnessen ist es eine Angelegenheit von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Stadt: "Wir brauchen die Weiterführung der Regiobahn von Kaarst über Viersen in Richtung Venlo, gleichzeitig benötigen wir den zweigleisigen Ausbau der Schienenstrecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken", so der Appell des Verwaltungschefs an die Politik in der jüngsten Sitzung des Viersener Ausschusses für Stadtentwicklung und -planung. Dass mit der Zweigleisigkeit auch eine Zunahme des Güterverkehrs verbunden sei, wollte der Bürgermeister nicht bestreiten: "Doch eine Zweigleisigkeit ist ohne zusätzlichen Lärmschutz für die Anwohner nicht möglich."

Gleichwohl stellte Thönnessen die Vorteile einer optimierten Bahnanbindung in den Vordergrund: "Wir reden hier von Regionalpolitik. Die hört weder an der Stadt- noch an der Kreis- oder Landesgrenze auf. Vor allem mit Blick auch in Richtung Eindhoven bieten sich für die Region zahlreiche Vorteile." In der Tat ist eine direkte Schnellverbindung von Düsseldorf über Mönchengladbach, Viersen und Venlo nach Eindhoven für breite Gruppen interessant: Sie ist der Wunsch der deutsch-niederländischen Wirtschaftsregion Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein/Limburg-Nord/Nordbrabant, die durch die ROCK-Initiative (Regions of Connecting Knowledge) auch finanziell unterstützt werden soll. Im Rahmen des EU-Förderprojekts ROCK ziehen niederländische und deutsche Städte sprichwörtlich an einem Strang. "Wir arbeiten gemeinsam an unserer Zukunft", so Thönnessen. "Bahnverbindungen sind die Lebensadern der Region. Hier ist die Schienenstrecke von Eindhoven nach Düsseldorf eine Schlagader und wir liegen als Stadt Viersen mittendrin.

Neben wirtschaftlichen Investitionen aus diesem Standortvorteil hofft Thönnessen, dass gut ausgebildete junge Menschen in Viersen (wohnen) bleiben oder in die Kreisstadt ziehen und von dort an die Arbeitsplätze in der Landeshauptstadt oder den Niederlanden gelangen: "Wenn die Region an dieser Stelle boomt, dann werden wir ein Teil dieses Booms sein."

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Unterstützung gab es für den Bürgermeister vor allem vonseiten der Sozialdemokraten. "Man kann und darf sich nicht bei allen Dingen verweigern", so SPD-Fraktionsvorsitzender Alfons Görgemanns mit Blick auf die skeptischen Einwände des CDU-Politikers Fritz Meies. Der Christdemokrat hatte den "Sinn eines zweigleisigen Ausbaus für Viersen jenseits der Stadtgrenze" hinterfragt.

Eine klare Antwort bekam Meies anschließend von seinem SPD-Ratskollegen Heinz Plöckes: "Ich finde dieses Denken in hohem Maße egoistisch. Zum einen bekommen die Boisheimer und Dülkener eine Unterführung, außerdem bietet der Ausbau der Bahn den Menschen im Kreis zahlreiche Vorteile. Dass gerade ein Kreistagspolitiker an der Stadtgrenze mit dem Denken aufhört, ist mehr als unverständlich." FRAGE DES TAGES

(RP)