Infoabend der CDU: Mehr Sicherheit für Niederkrüchten

Infoabend in Niederkrüchten : Mehr Sicherheit für Niederkrüchten

Wie kann ich mich am besten vor Einbrechern schützen? Dazu hat die CDU für 18. September einen Infoabend organisiert.

Sie kommen nachts, aber auch tagsüber, wenn Etern bei der Arbeit, die Kinder in der Schule und die Großeltern unterwegs sind. Und sie klingeln nicht.

Stattdessen hebeln sie Fenster oder Türen auf, gern am rückwärtigen Teil des Hauses, um ungesehen in ein fremdes Objekt zu gelangen, dort ihre Beute zu machen und unerkannt wieder zu verschwinden. Wer einmal Opfer eines Einbruchs wurde, muss sich nicht nur um den materiellen Verlust kümmern.

„Bei jedem Opfer bleibt ein unsicheres Gefühl“, weiß Bernd Coenen, Chef einer Versicherungsagentur aus Niederkrüchten, aus seinem beruflichen Alltag. Wenn gegen das Prinzip „My Home is my castle“ verstoßen werde, sei das für die Betroffenen problematisch, ergänzt Reinhardt Lüger, Vorsitzender der CDU Niederkrüchten. Zudem sei bei jedem Einbruch auch die Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung gefährdet, wenn sie den Täter überraschten.

Die Menschen in Niederkrüchten über die vielfältigen Möglichkeiten des Einbruchsschutzes zu informieren, sie für das Thema Sicherheit im eigenen Zuhause zu sensibilisieren sowie sie direkt mit Vertretern der Polizei im Kreis Viersen und von Fachfirmen in Kontakt bringen: Das sind die Ziele der Veranstaltung „Riegel vor – Albtraum Einbruch. Dazu lädt die CDU Niederkrüchten für Mittwoch, 18. September, ein.

„Es ist das erste Mal, dass wir uns mit dem Thema Sicherheit in dieser Größenordnung beschäftigen“, sagt Michael Telkof vom parteieigenen Arbeitskreis Sicherheit. Man treffe sich vier Mal im Jahr, um unterschiedliche Themen und Wünsche aufzugreifen. Dies könne etwa der Wunsch nach mehr Verkehrssicherheit durch neue Überwege oder Querungshilfen sein.

Laut Auskunft der Polizei sinkt die Zahl der Einbrüche im gesamten Kreis Viersen seit vier Jahren kontinuierlich. Wurden 2015 noch 907 Einbrüche aufgenommen, waren es 2018 nur noch 525.

Der Rückgang ist auch in Niederkrüchten festzustellen. Wurden 2015 in Niederkrüchten 29 Einbrüche gezählt, waren es im Folgejahr 22, 2017 noch 20 und 2018 nur noch 18 Einbrüche. „In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres haben wir 18 Fälle verzeichnet“, erklärt eine Sprecherin der Polizei im Kreis Viersen auf Anfrage. In den ersten sieben Monaten des Vorjahres waren es dagegen nur sechs Fälle. Der Grund sei aber nicht ein rasanter Anstieg der Einbrüche, sondern liege in der Statistik, etwa, weil noch nicht alle Fälle abgeschlossen sein.

Fenster, die Augen des Hauses, wurden früher oft aufgehebelt, sagt Robert Schmitz von der Firma Glas Schmitz GmbH. Inzwischen gebe es moderne Fenster etwa mit verdeckten Beschlägen oder anderen mechanischen Sicherungen. Auch Sicherheitsglas könne sinnvoll sein.

Peter Schipper kennt als Gebietsverantwortlicher West der Sicherheitsfirma Abus unterschiedliche Möglichkeiten, Haus oder Wohnung elektronisch sicherer zu machen. So würden moderne Alarmanlagen ihr Signal auf eine Handy-App schicken. Wer zusätzlich eine Kamera installiert hat, könne die Täter sogar sehen.

„Jeder sollte sich individuell beraten lassen; es gibt keine Pauschallösungen“, sagt Tino Konnertz, geschäftsführender Gesellschafter der Mönchengladbacher Firma Konntec Sicherheitssysteme. Eine Alarmanlage in einem Einfamilienhaus sei  für rund 2000 Euro möglich. Mechanische Sicherungen seien teurer, aber fast noch wichtiger. Finanzielle Unterstützung bietet das KfW-Förderprogramm Einbruchsicherheit. Dabei sei eine Förderung von 20 Prozent für die ersten 1000 Euro möglich. „Jeder kann es beantragen“, sagt Konnertz. Voraussetzung: Der Förderantrag wird vor dem Beginn des Umbaus gestellt.

Mechanische oder elektronische Sicherung seien nicht zu vernachlässigen, denn: Was nicht jeder wisse, so Anne Schimming von Konntec: „Einbrecher sind nicht nur nachts aktiv, sondern auch oft tagsüber, wenn Haus oder Wohnung leer sind.“

Doch jeder könne selbst etwas für mehr Sicherheit tun, meint Versicherungsfachwirt Bernd Coenen: „In Nachbarschaften, wo jeder seines Weges geht, haben Diebe ein leichtes Spiel.“ Wer dagegen aufmerksam ist, könne helfen, den Dieben das Leben schwer zu machen oder Einbrüche gar zu vereiteln. Als Beispiel nennt Coenen auch eine Whats-App-Gruppe, die es in Brüggen gibt.

Peter Schipper, Abus Security Center: „Es gibt viele Möglichkeiten, sein Haus oder seine Wohnung zu sichern.“. Foto: Daniela Buschkamp
Michael Tekolf  (CDU Arbeitskreis Sicherheit): „Wir beschäftigen uns  auch mit dem Thema Verkehrssicherheit.“. Foto: Daniela Buschkamp
Robert Schmitz, Glas Schmitz Spiegel GmbH aus Kempen: „Neben modernen Fenstern kann auch Sicherheitsglas sinnvoll sein.“. Foto: Daniela Buschkamp
Bernd Knappmeier („Schloß & Schlüssel“, Viersen): „Wir wollen für Sicherheit sensibilisieren und Infos aus erster Hand bieten.“. Foto: Daniela Buschkamp
Anne Schmming, Firma Konntec: „Einbrecher sind nicht nur nachts aktiv, sondern oft tagsüber, wenn Haus oder Wohnung leer sind.“. Foto: Daniela Buschkamp
Versicherungfachwirt Bernd Coenen: „In Nachbarschaften, wo jeder seines weges geht, haben Diebe leichtes Spiel.“. Foto: Daniela Buschkamp/Daniela buschkamp

Info Infoveranstaltung „Riegel vor – Albtraum Einbruch“ am Mittwoch, 18. September, um 18 Uhr. Treffpunkt ist das Restaurant „Et Stübchen“, An der Heiden 7 in Niederkrüchten.

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