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In Viersen werden Pakete gepackt für die Patenkinder

Engagement in Viersen für Afrika : Pakete packen für die Patenkinder

Die Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika bringt ihren jährlichen Container auf den Weg. Gefüllt wird er unter anderem mit Schulutensilien und Spielzeug für die 543 Patenkinder.

In der Lagerhalle der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA) wächst der Berg der Pakete, die auf einer Palette stehen. Für den Zuwachs sind gleich sieben Helferinnen im Einsatz. An verteilt stehenden Tischen wird Paket um Paket gefüllt, indes die geöffneten Kartons und Ablagekörbe mit Schulutensilien wie Heften, Stiften und Büchern sowie Hygieneartikeln, Spielzeug als auch Lebensmitteln immer leerer werden. In den Lagerräumen der AWA ist das Päckchen packen für die 543 Patenkinder in Afrika gestartet.

Viele Paten packen selber und bringen die Pakete in die Lagerhalle, aber gerade die weiter entfernt lebenden Paten greifen auf das Packangebot der AWA zurück. Sie schicken das Geld, mit dem die AWA das Material einkauft und anschließend verpackt. An diesem  Montag werde der 40-Fuß-Container gefüllt und auf die Reise nach Lomé geschickt, erzählt Marina Hammes, die Vorsitzende der AWA.

Aber nicht nur für die Patenkinder wird gepackt. Auch die 31 Studenten, die von der AWA unterstützt werden, erhalten ein entsprechendes Paket mit Lebensmitteln und Schreibmaterial. Wobei Hammes und weitere Vorstandmitglieder im kommenden Jahr wieder vor Ort sein werden, wenn die Pakete verteilt werden. „In diesem Jahr war es aufgrund der Pandemie das erste Mal, dass wir nicht nach Afrika gereist sind, um den Container in Empfang zu nehmen, auszupacken und die Hilfsgüter persönlich zu verteilen. Nun werden wir Ende Januar/Anfang Februar 2022 wieder für drei Wochen nach Afrika fliegen“, sagt Hammes.

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Aber auch ohne dass das Vorstandsteam vor Ort war, verlief die Ankunft des Containers samt der Verteilung hervorragend. In Lomé hat die AWA seit Jahren Partner, auf die sie sich verlassen kann. Zu denen zählen unter anderem Ambroise Klevor und Isaak Lasse. In Alleinregie managten sie alles so, als wenn die Viersener mit vor Ort gewesen wären.

Dass die Lage in Afrika nicht einfach ist, weiß die AWA durch ihre Partner genau. Die Pandemie sorgte für starke Einschränkungen. So gab es Ausgangssperren. Die Menschen durften ihre Dörfer nicht verlassen und konnten dementsprechend ihrer Arbeit, angefangen vom Straßenverkauf bis hin zum Mofa-Taxidienst, nicht nachkommen. Die Gefahr, zu verhungern, weil das Geld fehlte, um Lebensmittel einzukaufen, war gegeben. Mit zwei groß angelegten Aktionen dank vieler Spender konnte die AWA helfen.

Der Vorstand ist in Afrika besonders auf ein Projekt gespannt. Zwei ehemalige Studenten, die von der AWA über Jahre unterstützt wurden und jetzt mit dem Studium fertig sind, haben sich selbstständig gemacht. Es handelt sich um einen Agrarwissenschaftler und einen BWLer. Sie haben in Abobo in der Nähe von Lomé Land gepachtet und wollen einen Pfeffer- und Gemüseanbau realisieren. Die Produkte sollen dann in Lomé verkauft werden. Von der AWA haben die beiden jungen Männer einen Kredit erhalten, denn sie mussten zunächst einen Brunnen für Wasser bohren. „Das ist genau unser Ansatz. Hilfe zur Selbsthilfe. Die Menschen haben eine qualifizierte Ausbildung erhalten und bringen sich nun im eigenen Land ein“, sagt AWA-Geschäftsführerin Brigitte Kamps-Kosfeld, die gerade die Pakete für die Studierenden zusammenstellt.

Aber nicht nur der Inhalt für die Pakete bestimmt die Lagerfläche. Es gibt jede Menge weiteres Material, das ebenfalls in den Container wandern wird. „Wir haben in diesem Jahr etliches an medizinischem Equipment von Ärzten erhalten“, berichtet Hammes. Dazu gehören Untersuchungsliegen, Infusionsständer und Ultraschallgeräte- Diese sind schon mit dicker Noppenfolie verpackt, damit sie die Reise unbeschadet überstehen. Immerhin ist der Container über Wochen unterwegs. Sogar Dänemark unterstützt die AWA. „Über ein Mitglied entstand ein Kontakt zu einer dänischen Firma, die Verbände wickeln. Wenn der rote Faden nicht ganz korrekt liegt, werden diese Verbände aussortiert. Das Unternehmen sammelt sie und schickt sie uns von Dänemark nach Neuss, wo wir sie abholen“, sagt Hammes. Vier Paletten Verbandsmaterial sind auf diesem Weg für die Krankenstationen in Afrika zusammengekommen, die jetzt ebenfalls im Container mitverschifft werden.

(tre)