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In Viersen erhalten Poller Strickmützen

Aktionstag für Blinde- und Sehbehinderte : Poller tragen rot-weiße Mützen in Viersen

Hinter der Aktion steht der Blinden- und Sehbehindertenverein Mönchengladbach/Viersen zusammen mit der Lebenshilfe Kreis Viersen. Anlass ist der deutschlandweite Sehbehindertentag.

Die Kiste, die André Sole-Bergers, Inklusionsbeauftragter der Lebenshilfe Viersen, in den Händen hält, ist voller rot-weißer Mützen. Manche sind gestrickt, andere gehäkelt, es gibt auch genähte Varianten. Stefan Peters vom Blinden- und Sehbehindertenverein für Mönchengladbach und Viersen zieht einen Schwung ebensolcher Mützen aus seinem Rucksack. „Zusammen sind es schon über 60 Mützen. Ich denke, bis zum Samstag werden wir zwischen 80 und 100 davon haben, denn es sind uns noch etliche von fleißigen Helfern angekündigt worden“, sagt er.

An diesem Samstag kommen die Mützen zum Einsatz. Sie werden an unterschiedlichen Stellen in Viersen über graue Poller gezogen. Hintergrund der Aktion ist der deutschlandweite Sehbehindertentag am 6. Juni. Schon seit Jahren ruft der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) an diesem Datum zu Aktionen auf, mit denen die Bürger für die Problematiken von blinden und sehbehinderten Menschen sensibilisiert werden sollen. In diesem Jahr stehen die Poller im Mittelpunkt. „Weil sich diese Hindernisse nicht kontrastreich von ihrem Umfeld abheben, werden sie zur Gefahr“, erklärt Peters. „Menschen mit Seheinschränkungen nehmen sie nicht als Poller war und laufen dagegen.“ Poller sollten daher immer kontrastreich gestaltet sein.

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 Von Seiten der Lebenshilfe als auch beim Blinden- und Sehbehindertenverein wurden Kollegen, Freunde und Verwandte angesprochen, ob sie die Mützen herstellen würden. Sole-Bergers kontaktierte zudem das Süchtelner Wollgeschäft „Zwei Rechts – Zwei Links“. Er stieß dort auf eifrige Helfer, wobei das Fachgeschäft auch Wolle sponserte, genau wie es der Wollhersteller Schachenmayr macht, der sich bundesweit mit Wollspenden einbringt. Die Poller in Viersen, Dülken, Süchteln und Boisheim erhalten je auch eine laminierte Infokarte, bei der die Aktion kurz erklärt wird. Zudem befindet sich ein QR-Code auf der Karte. Mit dessen Hilfe können interessierte Bürger mehr über den Sehbehindertentag erfahren.

„Das Sensibilisieren ist wichtig, denn es gibt etliche Punkte, wo es blinden und sehbehinderten Menschen einfacher gemacht werden könnte, selbstständig am öffentlichen Leben teilzuhaben“, sagt Peters. Mit der Stadt Viersen befände man sich generell in guten Gesprächen, fügt er an. Sowohl Blinde und Sehbehinderte als auch Rollstuhlfahrer würden bei Um- und Neugestaltungen im öffentlichen Raum einbezogen. Dennoch gibt es zahlreiche Unwegsamkeiten wie Ampeln ohne akustisches Geräusch, nicht mit Kontraststreifen gekennzeichnete Stufenanlagen im öffentlichen Raum, fehlende Blindenleiteinrichtungen an öffentlichen Plätzen und Gebäuden als auch besagte graue Poller. Wobei hier schon zwei, in rot und weiß reflektierende Bänder helfen würden, einen Gefahrenpunkt zu eliminieren.