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Viersen: In uns'rem Veedel

Viersen : In uns'rem Veedel

Südstadt-Original Frank Bühler hatte wieder prominente Gäste auf die Couch gebeten. Bei seiner Talkshow im Rahmen des Südstadtsommers begrüßte er Heinz-Bert Nilles, Ralf Holtschneider, Dr. Paul Eßer und Elmar Theveßen.

"He hält m'r zosamme, en uns'rem Veedel!" Frank Bühler ließ zu Beginn seiner nun schon fünften Veranstaltung "Frank Bühler & Gäste" sein Publikum das Lied der Bläck Fööss singen. Dazu passte auch das Schlusswort von Elmar Theveßen: "Gemeinschaft ist wichtig. Man muss über alles erst reden, bevor man nach dem Staat ruft." Auch diesmal hatte Bühler Gäste auf dem roten Sofa in Tommy's Workshop, die mit dem Rintgen oder der Südstadt verbunden sind. Nachdem Rudi Linges am Klavier und Peter Hohlweger am Akkordeon die Zuhörer eingestimmt hatten, begrüßte Bühler die Vertreter der Sponsoren des Südstadtsommers, zu denen auch die RP als Medienpartner zählt. Peter Hohlweger, der zurzeit den schwer erkrankten Uwe Peters im Südstadtbüro vertritt, gab bekannt, dass der Erlös des Abends dem Kindergarten St. Josef zu Gute kommt.

Allzweckwaffe vorgestellt

Als "ultimatives Glückssymbol im Rintgen" erzählte Bezirksschornsteinfegermeister Heinz- Bert Nilles kleine Anekdoten aus seinem Berufsleben "von oben rein zufällig gesehen", und stellte seinen Besen als "Allzweckwaffe zum Beispiel gegen Hunde" vor.

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Dass die Südstadt "auch von der Muse geküsst" wird und nicht nur die Festhalle, sondern auch die Kreismusikschule beherbergt, bestätigte deren Leiter Ralf Holtschneider. Er erzählte humorvoll seinen Werdegang vom Musiklehrer bis heute, da er "nur noch zehn Stunden Unterricht" geben kann. Die 15-jährige Musikschülerin Elisabeth Ries, die seit fünf Jahren Harfe spielt, demonstrierte ihr Können mit keltischen Weisen eindrucksvoll.

Ein Schriftsteller aus Mönchengladbach, der "im Rintgen hängen geblieben ist", ist Dr. Paul Eßer. Er habe "Zugang zu zehn Sprachen", erlebte 1974 die "Nelkenrevolution" in Portugal, diente Heinrich Böll als Chauffeur und nahm "in Diensten" von Günter Wallraff sechs Türken fest. Eßer hätte einen ganzen Abend die Gäste mit seinen amüsanten Erzählungen fesseln können.

Auf ganz andere Art gelang dies Elmar Theveßen. Der stellvertretende Chefredakteur des ZDF ist ein liebenswerter Vierscher Jong geblieben, obwohl er heute Herr über die Auswahl der Nachrichten ist, die das ZDF täglich serviert. "Wir versuchen einen vernünftigen Extrakt zu erreichen, den jeder verstehen kann. Dabei berücksichtigen wir die Menschenwürde." Auf Bühlers entsprechende Frage antwortete der Terrorexperte: "Der Tod von Osama Bin Laden hat für die Terroristen selber keine Folgen. Für sie ist die Idee Pflicht, Personen sind Nebensache." Und zur aktuellen Anwendung der islamischen Sharia meinte Theveßen: "Diese schreckliche Art der Rechtsprechung hat bei uns nichts zu suchen!"

Riesenbeifall vom Publikum, das sichtlich beeindruckt war von den sehr sachlichen Ausführungen des ZDF-Mannes. Auch Bühler, der diesmal nur kurze "Öperkes" zum Besten gab, dankte das Publikum herzlich für diesen Abend.

(RP)