1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Immobilienpreise im Kreis Viersen ziehen 2020 weiter an

Wohnen im Kreis Viersen : Immobilienpreise ziehen 2020 weiter an

Experten gehen davon aus, dass Häuser und Eigentumswohnungen im Kreis Viersen noch teurer werden. Gründe dafür sind niedrige Zinsen und eine hohe Nachfrage. Zudem drängen mehr Kapitalanleger auf den Markt.

Wer 2020 im Kreis Viersen ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, muss damit rechnen, mehr zu bezahlen als im Vorjahr. Davon geht Walter Schmitz, Immobilienmakler und stellvertretender Vorsitzender beim Bezirksverband Düsseldorf im Ring Deutscher Makler, aus  „Bei Einfamilienhäusern gehen wir weiterhin von einer Preissteigerung aus, auch wenn sie im Kreis Viersen nicht so hoch ausfallen wird wie etwa in Ballungsräumen wie Düsseldorf, Hamburg oder München.“

Sind Immobilien im Kreis Viersen knapp?

 „Die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot“, sagt Walter Schmitz. Er rechnet deshalb auch mit deutlich steigenden Preisen für Eigentumswohnungen, insbesondere für Neubauten. Das bestätigt  Bernd Schorin, der als Makler im Kreis Viersen und in Mönchengladbach tätig ist: „Ich gehe nicht von einer Entspannung auf dem Immobilienmarkt aus.“ Er rechne mit Steigerungen bei den Immobilienpreisen zwischen „fünf und zehn Prozent“. Bereits jetzt seien die Kaufpreise für Objekte im Kreis Viersen hoch und lägen oft über dem Marktwert, schildert Schorin. Doch die Kunden würden die höheren Kaufpreise akzeptieren: „Hauptsache, sie kriegen das Haus.“

  • Bürgermeister Andreas Gisbertz sitzt im Baugebiet
    Immobilien in Schwalmtal : Anbaggern fürs Neubaugebiet Burghof IV
  • Der Impfstoff von Biontech wird bei
    Kampf gegen Corona-Pandemie : Weitere mobile Impfaktionen im Kreis Viersen
  • So sah der Schriftzug am 24.
    Schriftzug vor der Burggemeindehalle : Diskussionen von Gemeinde und Klimaaktivisten

Warum sind Häuser und Eigentumswohnungen so beliebt?

Dabei spielt laut dem Online-Immobilienanbieter Immoscout24 vor allem das günstige Zinsniveau eine Rolle. Laut einer Erhebung des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln und des Instituts für Demoskopie Allensbach war es bereits 2019 im Kreis Viersen 34 Prozent günstiger, eine Immobilie zu kaufen als sie zu mieten. Walter Schmitz und Bernd Schorin verweisen zudem auf die steigende Bedeutung von Immobilien als Kapitalanlage. „Käufer wollen damit den Wert ihres Geldes erhalten“, sagt Schmitz.

Wie sieht der Trend bei Eigentumswohnungen aus?

Eine Drei-Zimmer-Wohnung in guter Lage mit 75 Quadratmetern Wohnfläche kostete im Kreis Viersen laut  2018 im Schnitt 1800 Euro pro Quadratmeter, für 2019 waren es 2000 Euro kalkuliert – eine Zunahme von elf Prozent.

Welche Unterschiede gibt es im Kreis Viersen?

Laut Walter Schmitz halten Kempen und Willich die Spitzenwerte bei den Immobilienpreisen im Kreis Viersen: „Sie liegen deutlich höher als in Viersen oder Nettetal“, sagt der Experte. Allgemein sei das Angebot an Objekten aber schwach, insbesondere bei den Eigentumswohnungen.

In der zweiten Lebenshälfte aus dem Hausverkauf eine Wohnungen finanzieren und noch etwas übrig behalten – funktioniert das noch?

„Nein“, sagt Walter Schmitz. Zwar sei dies abhängig vom Wert des zu verkaufenden Objekts und der Wohnung, die stattdessen gewünscht werde: „Aber oft handelt es sich bei den Häusern um Objekte aus den 1950er oder -60er Jahren, die energetisch nicht auf einem modernen Stand sind.“ Deren Wert sei oft geringer als von den Eigentümern erhofft.  „Wer dann eine große Eigentumswohnung in einem neuen Haus mit Aufzug und gehobener Ausstattung will, muss oft feststellen, dass der Verkaufserlös dafür nicht reicht“, sagt der Viersener Makler.

Wann könnte der Immobilienmarkt im Kreis Viersen wieder im Gleichgewicht sein?

Im Kreis Viersen wird in fast allen Kommunen gebaut: Niederkrüchten hat einen Masterplan Wohnen aufgelegt, Schwalmtal plant weiteren Wohnraum im Burgfeld, in Brüggen wird etwa an der Borner Straße gebaut. „Das ist immer noch zu wenig“, meint Bernd Schorin. Das zeigte das Beispiel Burgfeld in Schwalmtal. Dort seien mit 30 Grundstücken zwar schon einige ausgewiesen, aber es gebe mehr als 300 Interessenten. Nach Schorins Einschätzung könnte das Verhältnis von Angebot und Nachfrage erst in „fünf bis zehn Jahren“ wieder ausgeglichen sein. Und das auch nur, wenn weiterhin so viel gebaut werde.