Immobilienmesse in Viersen mit neuem Konzept

Festhalle Viersen : Viersener Immobilienmesse mit neuem Konzept

33 Aussteller boten in der Festhalle ihre Dienstleistungen an, dazu gab’s Fachvorträge zu Finanzierung und Photovoltaik.

Mit einem neuen Konzept und einem neuen Namen ist am Wochenende die Immobilienbörse „Imm-Bau Viersen“ mit 33 Ausstellern in der Festhalle an den Start gegangen: „Schwerpunkt ist neben dem Bauen in diesem Jahr der Bereich Modernisieren“; erläutert Markus Dannhauer, Inhaber von mdcp Messen & Marketing aus Mönchengladbach, der die Messe erstmalig organisiert. „Durch den niedrigen Zins wird im Moment viel saniert, dies ist also eine gute Gelegenheit, die Messe weiter zu entwickeln und so neue Besucherzielgruppen anzuziehen.“ Für Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) war es wichtig, die Messe neu zu gestalten, das neue Konzept aber „passgenau“ auf die Viersener Belange abzustimmen und eben nicht alles „auf den Kopf zu stellen“.

„Gesucht werden zurzeit nicht nur große Wohnungen für Familien, sondern auch welche mit kleinerer Wohnfläche“, sagte Anemüller. Nach wie vor gebe es in Viersen noch bezahlbaren Wohnraum. Doch auch hier gelte: „Wir haben zurzeit eher das Problem, zu wenig Neubau-Flächen zu haben, um den aktuellen Bedarf zu wecken.“  Da es nicht mehr viele große Flächen gebe, sei es wichtig, nach innen zu wachsen. Das bestätigte Jürgen Cleven, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Viersen: „Die neue Ausrichtung ist sicher den mangelnden Baugebieten geschuldet. Zurzeit gibt es nur ein überschaubares Angebot, wir haben derzeit zwei Neubaugebiete in Dülken im Angebot, eines an der Hilde-Bruch-Straße und eines am Pletschbach am Kampweg.“ Zudem seien die Zinsen zurzeit so niedrig, dass eine Finanzierung – verbunden mit einer möglichen Förderung durch KfW oder Baukindergeld – nur wenig Risiko beinhalte.  Gleichzeitig sieht er die Notwendigkeit, in den Innenstädten zu wachsen: „Auf der einen Seite gibt es viel Leerstand an Geschäften, auf der anderen Seite werden Wohnungen benötigt. Also müssen diese geschaffen werden.“ Jürgen Cleven ist überzeugt: „Der Wandel kommt.“

Die Viersener Aktien-Baugesellschaft AG (VAB) stellte auf der ImmBau mehrere Wohnanlagen vor, etwa an der Brüsseler Allee, den „Robender Hof“ und die Körnerhöfe, die 2021 realisiert werden. „Wir bemerken ein großes Interesse an Mietwohnungen“, so Albert Becker, Vorstandsvorsitzender der VAB. „Viele Ältere suchen eine Alternative für ihr Haus, möchten sich verkleinern, Jüngere suchen Wohnungen mit niedriger Miete, um sich etwas für einen späteren Kauf anzusparen.“ Wichtige Stichworte seien bei den älteren Interessenten  barrierefreies Wohnen, gerne verbunden mit zusätzlichem Service wie Unterstützung im Haushalt.

Karl Heinz Jentges informiert sich auf der ImmBau über altersgerechtes Wohnen: „Zurzeit wohnen meine Frau und ich in einer Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug“, so der Viersener Rentner. „Wir sind beide über 70 Jahre alt und noch fit. Aber man sollte sich schon rechtzeitig kümmern.“ Eine Erdgeschoss-Wohnung fände er ideal, oder eben eine in einem Gebäude mit Aufzug. Auch Details wie beispielsweise eine gute Verkehrsanbindung oder vermeintliche Kleinigkeiten wie ein ebener Duscheinstieg sind für ihn wichtige Kriterien für die Auswahl einer neuen Wohnung. Ebenso wichtig ist der Standort: „Ich bin ein ,Vierscher Jung‘, fühle mich hier sehr wohl und habe einen riesigen Bekanntenkreis. Ein Umzug kommt daher nicht in Frage.“

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