Im Wildgehege auf den Süchtelner Höhen in Viersen leben wieder Wildschweine

Süchtelner Höhen in Viersen : Neue Schweine fürs Wildgehege

Die Chance, auf den Süchtelner Höhen Wildschweine zu beobachten, ist jetzt deutlich gestiegen. Ab sofort leben wieder fünf Tiere im Wildgehege, das lange wegen Sturmschäden geschlossen war. Bald könnten sie Zuwachs bekommen.

Erst durften die vier Frischlingsbachen aus dem Hänger, ein paar Minuten später half Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) dabei, den jungen Keiler aus seiner Holzbox zu lassen: Seit Donnerstagmorgen leben wieder Wildschweine im Wildgehege auf den Süchtelner Höhen. Stadtförster Rainer Kamman rechnet damit, dass die fünf Tiere nicht allzu lange unter sich bleiben. „Spätestens im Februar 2020 bekommen die Frischlingsbachen je vier bis fünf Frischlinge“, sagte er zuversichtlich. Die Bürgermeisterin betonte: „Es ist wunderbar, dass Familien hier im Wald gemeinsam ihre Freizeit naturnah erleben können. Die Wildschweine sind besonders für Kinder toll.“ Das Wildgehege sei für viele Viersener ein „unheimlich wichtiges“ Freizeitangebot, ergänzte Kammann. Deshalb haben sein Team und er in den vergangenen knapp zwei Jahren fleißig daran gearbeitet, Sturmschäden zu beseitigen, damit es wieder eröffnet werden konnte.

Bevor Sturm „Friederike“ im Januar 2018 für Schäden auf den Süchtelner Höhen sorgte, lebten in dem 6000 Quadratmeter großen Wildschweingehege zwölf Tiere. Dann tobte „Friederike“, Bäume knickten um, fielen auf die Zäune – und die Tiere büxten aus, kamen nicht zurück. Die Stadtverwaltung sah keine andere Möglichkeit, als das komplette Wildgehege für Besucher zu schließen. „Seit rund zwei Monaten haben wir wieder auf“, sagte Kammann am Donnerstagmorgen. Neben etwa 25 Kamerunschafen und Damwild – ein Hirsch, vier weibliche Tiere, drei Kälber – können Besucher dort nun auch wieder Wildschweine beobachten. Das klappt allerdings nur, wenn die neuen Bewohner zufällig gerade in der Nähe des Zauns unterwegs sind.

Rund zehn Monate alt sind die Wildschweine. Die vier Frischlingsbachen stammen aus einem Gehege in Krefeld, der junge Keiler wurde aus einem Gehege in Düsseldorf nach Süchteln gebracht. Die Kosten für die Tiere hat der Verschönerungsverein Viersen (VVV) übernommen. „Unserem Verein ist das Thema Naherholung und Natur eine Herzensangelegenheit“, sagte dessen Vorsitzender Marc Tappiser.

Nachdem der junge Keiler aus seiner Box entlassen war, lief er erst ein paar Meter durchs Gelände – und entdeckte dann schnell die Frischlingsbachen. Es dauerte nur ein paar Minuten, und schon trotteten die vier dem Keiler hinterher. „Das hat geklappt, man versteht sich“, kommentierte Kammann zufrieden. Die Tiere seien pflegeleicht, erklärte er, die Mitarbeiter der Stadt müssen sie nur füttern. Auf dem Speiseplan stehen unter anderem Maissilage, Rüben und Möhren. Im Gehege finden die Schweine außerdem Insekten wie Käfer und Würmer. Die Wildschweine seien sehr nützlich, denn sie fräßen Bodenschädlinge, erklärte Kammann.

Bevor der Keiler aus der Box durfte, ließen Mitarbeiter der Stadt die vier Frischlingsbachen auf die 6000 Quadratmeter große eingezäunte Fläche. Foto: Nadine Fischer
Es dauerte nur wenige Minuten, bis der Keiler zu den Frischlingsbachen lief. Die trotteten dann sofort hinter ihm her. Foto: Nadine Fischer

Wenn sie doch nur auch Borkenkäfer fressen würden: „Das wäre schön“, sagte der Stadtförster. Denn neben Sturm, Dürre und Rußrindenkrankheit haben die Käfer den Süchtelner Höhen seit 2017  stark zugesetzt. Doch die Aufforstung läuft, berichtete Kammann: 18.000 Nadelbäume seien bereits neu gepflanzt worden, „am Dienstag kommen 17.000 Laubhölzer“. Dabei setzt die Stadt auf 50 Prozent heimische Sorten wie Buche und Linde. Der Rest soll klimaresistenter sein, etwa Baumhasel und Esskastanie. In zwei bis drei Jahren könnte fertig aufgeforstet sein – wenn das Wetter und der Borkenkäfer mitspielen. Kammann geht jetzt einfach mal davon aus: „Ich bin Optimist.“