Im Grenzland wird der Toten gedacht

Grenzland : Ein Licht und ein Gebet am Grab

Vor Allerheiligen werden die Friedhöfe gefegt. Vielerorts sind Gräbersegnungen geplant.

Auf den Friedhöfen ist in diesen Tagen rege Geschäftigkeit zu beobachten. Angehörige kommen, um die Gräber ihrer Verstorbenen zu säubern und neu zu bepflanzen. Auch Friedhofsgärtner tragen palettenweise Herbstblüher zu den Gräbern, darunter Alpenveilchen, Chrysanthemen, Heidekraut und Stiefmütterchen. Am Mittwoch, 31. Oktober, sind mancherorts die Friedhöfe geschlossen, damit sie vor den Feiertagen Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) hergerichtet werden können, in Brüggen und Bracht beispielsweise von 8 bis 14 Uhr. Wer das Familiengrab noch in Ordnung bringen möchte, sollte dies also vorher tun.

Allerheiligen ist ein stiller Feiertag in Nordrhein-Westfalen. Von 5 bis 18 Uhr sind Märkte, sportliche Veranstaltungen, Zirkusvorstellungen und Volksfeste verboten, ebenso musikalische und unterhaltende Darbietungen in Gaststätten mit Schankbetrieb und alle anderen öffentlichen Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen.

Auf dem Friedhof in Amern ist dieses Kreuz zu sehen. Es wurde im 19. Jahrhundert aus Sandstein gefertigt und steht unter Denkmalschutz. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

Traditionell besuchen Angehörige an Allerheiligen die Gräber ihrer Lieben. Der Tag soll nicht nur an die Frauen und Männer erinnern, die vom Papst heiliggesprochen wurden, sondern an alle Menschen, die ihr Christsein lebten. Man geht zum Friedhof, entzündet eine Kerze auf den Gräbern der Angehörigen und betet für sie. Vielerorts gehen die Gläubigen nach einer Messe auch in einer Prozession zum Friedhof, wo die Gräber gesegnet werden.

Auf dem Friedhof in Brüggen steht das Kriegerehrenmal, das der Künstler Kurt Schwippert in den 1920er-Jahren fertigte. Man muss dieses Denkmal umrunden. Dann sieht man, dass es drei Männer zeigt, die eng miteinander verbunden sind. Ursprünglich stand das Ehrenmal an der Burg Brüggen. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

In der Kirche St. Nikolaus Brüggen ist am 1. November um 10 Uhr Hochamt, danach Gräbersegnung. Um 11.30 Uhr beginnt das Hochamt in St. Mariä Himmelfahrt Bracht, danach ist Gräbersegnung. Um 16 Uhr gibt es in St. Peter Born eine Andacht, danach gehen die Gläubigen in einer Lichterprozession zum Friedhof, wo die Gräber gesegnet werden. Um 19 Uhr ist stille Anbetung in St. Nikolaus Brüggen.

In Niederkrüchten steht diese Statue. Sie zeigt Johannes den Täufer, der ein Lamm trägt und auf das Tier deutet. Die Geste erinnert an den Spruch des Täufers aus dem Johannes-Evangelium: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

In St. Martin Oberkrüchten beginnt am 1. November um 8.30 Uhr die Messe, danach werden die Gräber gesegnet. Die Messe in St. Bartholomäus wird um 10.15 Uhr gefeiert. In St. Laurentius Elmpt ist für 10 Uhr ein feierliches Hochamt geplant, um 16.30 Uhr treffen sich die Gläubigen am Hochkreuz auf dem Friedhof, dann werden die Gräber gesegnet. Ebenfalls in Elmpt findet an Allerseelen, 2. November, eine Totenmesse statt (18.30 Uhr).

Wie in alten Zeiten werden in Lüttelforst die Verstorbenen rund um die Kirche St. Jakobus begraben. Dort sind auch noch alte Grabkreuze zu sehen. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

In Schwalmtal gibt es mehrere Messen zu Allerheiligen sowie Andachten mit anschließender Gräbersegnung. Messen sind geplant für Mittwoch, 31. Oktober, in Dilkrath (18.30 Uhr, mit Choralschola) und Waldnieler Heide (18.30 Uhr), am Donnerstag, 1. November, in Oberamern (10 Uhr), im Bethanien Kinderdorf (11 Uhr), in Waldniel (11.15 Uhr, Familienmesse) und in Lüttelforst (15 Uhr, danach Gräbersegnung). Andachten gibt es am 1. November in Dilkrath (15 Uhr, Gräbersegnung), Oberamern (15 Uhr, Gräbersegnung) und Waldniel (15 Uhr, Gräbersegnung).

Unterhalb des Hochkreuzes auf dem Borner Friedhof ist zu lesen: „Er hat uns geliebt und sich für uns hingegeben.“. Foto: Ronge, Birgitta (biro)
Prachtvoll: das Grab der Familie Peter van Eyk auf dem Brachter Friedhof. Foto: Ronge, Birgitta (biro)
Das Hochkreuz auf dem Elmpter Friedhof steht unter Denkmalschutz. Foto: Ronge, Birgitta (biro)

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