Schwalmtal: Im Geist der Freude singen

Schwalmtal: Im Geist der Freude singen

Chorleiterin Angelika Rehaag wünscht sich eine volle Kirche

Der Meerbuscher Gospelchor Spirit of Joy gastiert am 8. Oktober in der Pfarrkirche St. Michael in Waldniel. Das Benefizkonzert für das Kinderdorf Bethanien beginnt um 20 Uhr. Bei ihrem ersten Auftritt in Schwalmtal 2009 sorgten die mehr als 50 Sänger und Sängerinnen von Spirit of Joy für Gänsehaut-Feeling bei den Zuhörern. Das dürfte in diesem Jahr nicht anders sein, wenn der Chor unter Leitung von Angelika Rehaag in St. Michael am Freitag, 8. Oktober, Lieder wie "Oh happy day" anstimmen wird. Zum Komponisten des Welterfolgs hat die Chorleiterin eine besondere Beziehung: Sie ist die einzige europäische Gastdirigentin beim "Music & Arts Seminar" von Edwin Hawkins in Kalifornien. Im Gespräch verrät Angelika Rehaag mehr über den Black Gospel und den Spirit of Joy.

Was hat es mit dem Spirit of Joy, dem Geist der Freude, auf sich?

Rehaag Es ist die "andere Art" des Singens: Wir produzieren nicht allein "schöne Töne", sondern versuchen durch viel Stimmtraining, Lieder zu einem Klangerlebnis von Gefühl werden zu lassen: Freude, die der Zuhörer nicht nur hört, sondern auch sieht und selbst erlebt.

Können Sie Beispiele für den zeitgenössischen Black Gospel nennen?

Rehaag Sicherlich gehört "Oh happy day" dazu, aber zum Beispiel auch ein Lied wie "Shackles", das vor einigen Jahren in den "Pop-Charts" war. Die meisten Lieder sind hier allerdings eher unbekannt, weil sie auch nicht im Radio laufen. Denn Radiosender, die Gospelmusik spielen, gibt es in Deutschland leider Gottes viel zu wenig.

Sie haben einmal gesagt, diese Musik sei gleichzeitig Ventil für höchstes Leid und überschwängliche Freude. Das trifft auch auf die Menschen und Einrichtungen zu, für die Sie bei den Konzerten um Spenden bitten: Behinderte, Hospize, Kinder in Not. Geschieht dies mit Bedacht?

Rehaag In gewisser Weise sicherlich. Am Anfang war die Devise: Ein gemeinnütziger Verein (Spirit of Joy) unterstützt gemeinnützige Organisationen. Wenn aber der Chor dann auch noch in den Texten seiner Lieder von den Erlebnissen und Gefühlen der Zuhörer und Betroffenen erzählen kann, dann passt es einfach in jeder Hinsicht.

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Was sagen Sie Menschen, denen Klatschen und Tanzen bei Kirchenkonzerten fremd sind?

Rehaag Da diese Dinge sich in jedem Konzert langsam entwickeln und auch erklärt werden – es handelt sich hierbei immer um eine Einladung "Gott zu feiern" – lassen sich die meisten Zuhörer gerne darauf ein, in der Kirche ein "Halleluja" nicht nur mit den Ohren zu hören, sondern mit dem Herzen zu erleben.

Spirit of Joy erhält beim Auftritt in St. Michael Verstärkung aus dem Kinderdorf. Verraten Sie, was dahinter steckt?

Rehaag Diese Idee entstand spontan während des letzten Konzerts im Schwalmtaldom, als ein Verantwortlicher des Kinderdorfes erzählte, dass es im Kinderdorf auch einen Chor gibt. Warum also "nur" für die Kinder singen, wenn man auch mit ihnen gemeinsam singen kann. Und darauf freut sich Spirit of Joy schon sehr, denn so etwas ist auch für unseren Chor ein absolutes Highlight.

Was wünschen Sie sich für das Konzert in Waldniel?

Rehaag Natürlich ein volles Haus und, dass die Besucher im Sinne des Benefizgedankens für das Kinderdorf spenden.

(RP)