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IHK: Wirtschaftliche Lage im Kreis Viersen wird schwieriger

Kreis Viersen : IHK: Wirtschaftliche Lage wird schwieriger

Nach einer Analyse der IHK Mittlerer Niederrhein trüben sich die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung im Kammerbezirk ein. Der Anteil von Unternehmen, die eine schlechte Lage melden, stieg von 13 auf 23 Prozent.

Die wirtschaftliche Lage wird nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein schwieriger – „im Kreis Viersen genauso wie in der gesamten Region“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Laut einer Analyse der IHK zum Jahreswechsel befanden sich 34 Prozent der Unternehmen im Kreis Viersen bei der vergangenen Konjunkturumfrage im Herbst noch in einer guten, 23 Prozent in einer schlechten Geschäftslage. „Obwohl die Lage der Wirtschaft im Jahr 2019 gut war, bewerten die Unternehmen die Wirtschaftslage inzwischen nicht mehr so positiv wie noch zu Jahresbeginn“, so Steinmetz. Zu Jahresbeginn hatten noch 45 Prozent eine gute und lediglich 13 Prozent eine schlechte Lage gemeldet. Die Analyse basiert auf eigenen Daten und auf amtlichen Statistiken für das Jahr 2019.

Die Industrieumsätze lagen in den ersten drei Quartalen im Kreis Viersen fünf Prozent unter dem Wert der Jahre 2018 und 2017. Skeptisch blickt Steinmetz auf die langfristige Entwicklung dieses Indikators im Kreis Viersen: „Der für die ersten drei Quartale im Kreis Viersen gemessene Wert war der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Das bereitet mir schon Sorge, schließlich ist die Industrie Rückgrat unserer Wirtschaft.“

Der Arbeitsmarkt im Kreis Viersen entwickelt sich dagegen weiter gut. Die Zahl der Beschäftigten ist von März 2018 bis März 2019 um 3,9 Prozent gestiegen, die Arbeitslosenquote ist gesunken. Im November 2019 lag die Arbeitslosenquote im Kreis bei 5,0 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Viersen in den vergangenen zwölf Monaten um 8,8 Prozent und damit deutlich stärker zurückgegangen als im Bundesgebiet. Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen bleiben trotz Konjunktursorgen weiter positiv, wenngleich nicht so stark wie zuvor. Auch der Fachkräftemangel bereitet den Unternehmen weiterhin Sorgen. Mehr als die Hälfte der Betriebe im Kreis melden im Spätsommer 2019 noch Personalbedarf. Rund zwei von drei von ihnen können ihre offenen Stellen längerfristig nicht besetzten.

Sorgen bereiten den Unternehmen die politischen Verwerfungen auf internationaler Ebene, wie der Brexit, Zölle und Embargos. „Für das kommende Jahr bleiben die Erwartungen der Unternehmen zurückhaltend“, erklärt Steinmetz. 27 Prozent der Unternehmen im Kreis Viersen gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage im nächsten Jahr verbessern wird, 20 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. In Zeiten einer sich gegebenenfalls eintrübenden Konjunktur zeigt sich, wie wettbewerbsfähig und krisenresistent Wirtschaftsstandorte sind“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Deshalb hat sich unsere Vollversammlung in diesem Jahr unter anderem mit Themen wie dem Strukturwandel im Rheinischen Revier und den Steuersätzen in unserer Region beschäftigt.“ Erfreulich sei, dass in einigen Städten über Steuersenkungen gesprochen wird. „Die Entscheidung des Stadtrats in Willich, den Gewerbesteuerhebesatz zu senken, begrüßen wir ausdrücklich. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Steinmetz.

Ein entscheidendes Datum für die Zukunft der Region ist der 13. September. „Auch bei den Kommunalwahlen wird über die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit entschieden“, so Steinmetz. Er kündigte an: „Wir werden uns mit sehr detaillierten Forderungen einmischen.“