1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Idee: Früheres St.-Cornelius-Hospital in Viersen-Dülken für Pflegeausbildung nutzen

Pflege in Viersen : Idee: St.-Cornelius-Hospital für Pflegeausbildung nutzen

CDU-Bürgermeisterkandidat Christoph Hopp macht sich Gedanken um den Pflegenotstand.

„Für die Bereiche Pflegeausbildung, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Altenpflege steht unsere Stadt vor schwerwiegenden Herausforderungen, die eine zeitnahe Lösung erfordern“, sagt Christoph Hopp, Bürgermeisterkandidat der Viersener CDU. Laut aktueller Kreispflegeplanung fehlen in Viersen bis 2022 insgesamt 27 Plätze in der Tagespflege, und: In Viersen gibt es – anders als beispielsweise in Nettetal – keine solitären Kurzzeit-Pflegeplätze. Der Kreis schätzt den Bedarf für den Westkreis bis 2022 auf insgesamt 97 solcher Plätze, mindestens 24 Plätze fehlen nach Einschätzung des Kreises in der Stadt Viersen. „Und die Betreuungszeiten in der ambulanten Pflege von 7.30 bis 16.30 Uhr können von Angehörigen in Vollzeittätigkeit oder Schichtarbeit nicht genutzt werden“, so Hopp. Er sagt: „Der Bereich ,Pflege in Viersen’ ist ein wichtiges Thema, das auch in das CDU-Wahlprogramm einfließen soll.“

Eine Chance, die Situation zu verbessern, sieht Hopp in einer neuen Nutzung der Räume des früheren St.-Cornelius-Hospitals – für die Ausbildung von Pflegekräften. Hintergrund: Bisher erfolgte eine getrennte Ausbildung für Alten-, Kranken- und Gesundheitspflege sowie Kinderkrankenpflege. Eine neue Ausbildungsverordnung erfordert nun seit 1. Januar eine gemeinsame Ausbildung für diese Bereiche. In Viersen wurde deshalb Ende 2019 von Caritas, AKH und St.-Irmgardis-Hospital die Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe gegründet. Die räumliche Ausstattung der neuen Akademie sei aber problematisch, so Hopp.

„Die Stadt Mönchengladbach bietet die personellen und räumlichen Voraussetzungen in der Kbs-Akademie mit der Möglichkeit des dualen Studiums ,Pflege’ an der Hochschule Niederrhein und wirbt bereits um Auszubildende aus Viersen“, berichtet Hopp. Er bedauert: „Für Viersen fehlen hingegen die Voraussetzungen für eine optimale gemeinsame Ausbildung.“

Sein Vorschlag: „Im ehemaligen St.-Cornelius-Hospital sind ausreichend Räume vorhanden, um den gemeinsamen Unterricht durchzuführen.“ Dieser Herausforderung müsse schnellstmöglich begegnet werden, so Hopp, „ehe Interessenten ihre Ausbildung in Mönchengladbach beginnen und dann nach der Ausbildung dort bleiben“. Sinnvoll sei es auch, Gelder aus dem Digitalpakt Schule für diese Pflegeeinrichtung abzurufen.

Bereits jetzt stellen die Einrichtungen, insbesondere in der stationären Pflege, fest, dass geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze in der Pflege in der gewohnten Anzahl fehlen. „Auch hier gibt es Konzepte in anderen Städten, die in Kooperation zwischen Sprach- und Pflegeschule ausländische Interessenten für die Pflegeausbildung gewinnen, um den hohen Bedarf an diesen Fachkräften für die Zukunft decken zu können“, sagt der CDU-Bürgermeisterkandidat. Solch ein Modell sei auch für die Stadt Viersen interessant.