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Hundetrainer Ralf Wurow gibt Tipps für Hundehalter in Brüggen

Tipps vom Hundetrainer : Hunde im Alltag sinnvoll beschäftigen

Beim Hundetag im Natur- und Tierpark in Brüggen hielt Hundetrainer Ralf Wurow einen Vortrag zum Thema „Liebe allein macht Hunde nicht glücklich“. Die Vierbeiner brauchten Regeln, um sich daran orientieren zu können.

Nicht nur Hundebesitzer strömen am Sonntag in den Natur- und Tierpark Brüggen, der offiziell am 28. März öffnen wird. „Verstärkt haben Eltern angerufen, die sich erkundigten, ob sie heute mit ihren Kindern auch in den Tierpark kommen dürfen. Wir sind mit den Vorbereitungen noch nicht fertig, vieles muss etwa noch gestrichen werden. Aber die Eltern wollten alle die Zeit nutzen und rauskommen, bevor eventuell eine Ausgangssperre verhängt wird. Die Leute machen einen verunsicherten und verzweifelten Eindruck, da auch etliche Falschmeldungen kursieren. Sie sind froh, dass die Kinder sich heute hier austoben dürfen und rauskommen“, sagt Ute Jencius, die an der Kasse des Tierparks auch erstaunt ist, wie viele Menschen ohne Hund gekommen ist. So auch Sandra Schön mit Jonas (3) und Henrik (6). „Es wird eine Herausforderung werden, die Kinder in den nächsten Wochen zu bespaßen“, sagt sie schmunzelnd.

Aber eigentlich geht es ja um Hunde und ihre Herrchen. Und davon nutzten etliche die Freilaufwiese und auch das Angebot von Hundetrainer Ralf Wurow. Der 60-Jährige war früher bei der West-LB im IT-Bereich tätig. „Mit 50 kam so ein Punkt, wo man sich überlegt, machst du weiter wie bisher? Dann kam eine Kündigungswelle und ein Aufhebungsvertrag. Etwa zeitgleich erhielt ich eine E-Mail der Zentrale der Rütter-Hundeschule, wo eine neue Ausbildungsrunde angekündigt wurde. ‚Das ist es‘, dachte ich. Da ich vorher Seminare besucht hatte, wusste ich, mir gefällt diese Art, den Bedürfnissen der Hunde auf den Grund zu gehen und ich startete mit der Ausbildung zum Hundetrainer“, erzählt Wurow.

Damals dachte der Schwalmtaler, er kenne sich schon recht gut mit der Hundeerziehung aus, da er früher Hunde hatte. „Während der zweijährigen Ausbildung habe ich erkannt, dass es vieles gibt, von dem ich keine Ahnung hatte“, sagt Wurow. Die Ausbildung dauerte von 2011 bis 2013, dann eröffnete er seine eigene Hundeschule nach der Methode von Hundetrainer Martin Rütter, der mit seinen Fernsehshows Tierfreunde begeistert. „Es liegt mir am Herzen und es ist so wichtig, dass die Leute sich informieren, bevor sie einen Hund kaufen“, so Wurow.

Bei dem Hundetrainer lassen sich Menschen beraten, die wissen möchten, welcher Hund am besten zu ihnen passt und wo sie einen Züchter finden. Die Lebenssituation spiele eine große Rolle, sagt der Hundefachmann. „Für mich fängt Erziehung und Training zu Hause an. Solange es da nicht funktioniert, klappt es draußen schon mal gar nicht“, weiß er aus Erfahrung. Im Brüggener Ortsteil Oebel hat Wurow eine Wiese gepachtet, wo er Gruppenstunden an den Wochenenden anbietet. Freitags können Hunde in einer Freilaufspielgruppe toben und haben dort kontrollierten Sozialkontakt.

„Die meisten Fehler machen die Hundebesitzer, wenn sie nicht verstehen, warum ein Hund wie reagiert. Es kann auch sein, dass der Hund zu Hause der Prinz auf der Erbse ist und alle seine Forderungen durchsetzen kann oder darf. Die nächste Problemstelle ist, wenn Hunde keine sinnvolle Beschäftigung erhalten. Nur spazieren gehen reicht einfach nicht“, mahnt Wurow. Er empfiehlt, dem Hund etwa Suchaufgaben zu geben. „Kontraproduktiv ist die Bällchenspielerei unterwegs. Das ist keine sinnvolle Beschäftigung. Viele Hunde denken, ‚du hast jetzt den Ball geschmissen, dann geh du ihn auch holen‘“, sagt Wurow grinsend. Zu Hause können Hundebesitzer mit leichten Suchaufgaben beginnen: einen Hundefutterbeutel nehmen und ihn in eine Ecke werfen. Der Hund müsse zunächst sehen, wo der Beutel hinfällt. Dann dürfen die Suchaufgaben schwieriger werden. „Ich hatte noch keinen einzigen Hund, der kein Interesse an Suchaufgaben hatte. Dadurch bekomme ich einen Hund auch müde, weil das für einen Hund anstrengend ist“, erklärt er.

In seinem Vortrag ging es um das Thema „Liebe alleine macht Hunde nicht glücklich“. Speziell Welpen oder Hunde aus dem Auslandstierschutz würden mit Liebe überschüttet. Aber der Hund brauche Regeln: „Wenn ich diese vorgebe, kann der Hund sich daran orientieren. Gebe ich keine Regeln vor, macht der Hund irgendwann, was er will, und es schleichen sich Probleme ein.“