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Höhner bringen beim Weihnachtskonzert kölsche Tön' in die Festhalle Viersen

Höhner-Konzert : Kölsche Tön’ in der Festhalle

Zur „Höhner Weihnacht“ begeisterte die Kölner Band mit einem Mix von besinnlichen und fröhlichen Momenten. Dabei ließ sie auch die Puppen tanzen – und Frontmann Henning Krautmacher wurde zum Geschichtenerzähler.

Über allem lag ein Hauch von Traum und Erinnerung, wie auch unbändiger Heiterkeit. Für die „Höhner Weihnacht“ war die Festhallenbühne in ein heimeliges Wohnzimmer mit flackerndem Kaminfeuer und Tannenbaum verwandelt worden.

Der röhrende Hirsch stehe für die Erinnerung an frühere Feste, kommentierte Henning Krautmacher die Szenerie im Goldrahmen. Das war der Brückenschlag zum Lied „Früher“ in einer liebevollen Hommage an verklärte Erinnerung und „Blömchetapete“. Krautmacher, Hannes Schöner, Jens Streifling, Micky Schläger, Wolf Simon und Joost Vergoosen sangen jeweils ihre eigene Strophe in einer Chronologie von Lebensjahren und Reflexion über die Zeit. Die Band widmete ein Lied den stillen Helden, die da sind, wenn es darauf ankommt. Sie sang von leuchtenden Kinderaugen, wie auch ihren Hit „Schenk’ mir heut’ Nacht dein ganzes Herz“.

Unterstützung bot Gasttrompeter Michael Kuhl, da in der weihnachtlichen Besetzung die biblische Sieben berücksichtigt werden sollte, so Krautmacher mit schelmischem Ernst.

Die Kölner feierten die Liebe zum Leben und zu den Menschen mit besinnlichen und nachdenklichen, aber auch fetzigen und mitreißenden Melodien. Krautmacher und Bandkollegen spielten sich in Moderation und Soli die Bälle zu. Lieder und Zwischentöne strahlten Empathie aus, waren immer wieder Appell zur Mitmenschlichkeit. Jens Streifling berührte mit emotional aufgeladenen Saxophoneinlagen. Der Schlagwerker wurde zum kleinen Weihnachtstrommler. Keiner war nur Instrumentalist, jeder hatte ebenso seine Gesangsparts. Herrlich war auch die musikalische Reminiszenz an die USA-Reise mit den Roten Funken.

In Tradition der Weihnachtserzählungen wurde Frontsänger Krautmacher im Sessel beim Feuer zum Geschichtenerzähler. Von den Bandkollegen musikalisch unterlegt las er die Erzählung von den vier Kerzen, die Glanz und Licht in kälter werdender Welt verlieren, aber am Feuer der Hoffnung neu entzündet werden. Die Besucher waren natürlich aufgefordert mitzusingen und zu feiern. „Wenn ihr immer so klatscht, weiß ich nicht, ob wir das bis Heilig Abend schaffen“, kommentierte Krautmacher den herzlichen Empfang. Herbert, Roland, Ralf und Stefan wurden aus dem Publikum als „Freiwillige“ zum „Viersen Experience“ auf die Bühne geholt, um teilzuhaben an der Zaubernummer der „schwebenden Männer“. Das Quartett machte den Spaß gut gelaunt mit und wurde mit herzlichem Applaus belohnt.

In zauberhafter Einlage ließen Hannes Schöner und Henning Krautmacher in Anlehnung an die Magie des Zirkus Roncalli die Puppen tanzen mit den Marionetten ihrer Alter Egos. Amüsant und echt kölsch geprägt war der Auftritt von zwei Höhnern in der Rolle der Puppen Hennes und Bärbelchen zur skurrilen Geschichte aus Nachkriegsjahren. So verwoben sich in Wort und Musik Nachdenklichkeit, Herzlichkeit und Frohsinn zur anrührend mitreißenden Show. Nach einem beschwingten Mix von Weihnachtsliedern aus aller Herren Länder sollte der Abend lateinisch ausklingen. Begeistert sang das Publikum den Refrain „Gloria in excelsis deo“ mit – später auch a capella, um dem Wunsch nach Zugabe Nachdruck zu verleihen.