Viersen: Hightech im Flussbett

Viersen: Hightech im Flussbett

Zwischen Brüggen und Swalmen gibt es jetzt die erste deutsch-niederländische Pegel-Messstation in der Schwalm. Die dort gesammelten Daten sollen Wasserverbänden bei der Planung des Wassermanagements helfen.

Einen imposanten Eindruck hinterlässt der grüne Metallkasten am Ufer der Schwalm auf niederländischem Boden nicht gerade. Er ist etwa so groß wie ein Verteilerkasten und nur, wer ganz genau danach sucht, wird ihn finden. Mit dem richtigen Schlüssel allerdings öffnet sich die Tür in eine ganz andere Welt — in eine Welt voller Technik auf dem neuesten Stand. "Per Telefon werden die gewonnenen Daten automatisch an die Wasserverbände Schwalmverband in Brüggen und Peel en Maasvallei in Venlo übermittelt", erklärt Thomas Schulz vom Schwalmverband.

Kontinuierliche Messungen

Denn der grüne Kasten ist nur ein Teil, der ersten deutsch-niederländischen Pegel-Messstation in der Schwalm, die jetzt eröffnet wurde. Sie ist eine weitere Maßnahme des grenzübergreifenden Projekts Nagrewa und soll in Zukunft wichtige Informationen zur Planung des Wassermanagements rund um die Schwalm liefern. "Bisher wurden die Messungen nur sporadisch von den jeweiligen Verbänden auf der deutschen und der niederländischen Seite vorgenommen. Die dabei gewonnenen Ergebnisse lagen teilweise um bis zu zehn Prozent auseinander. So dass wir zu dem kuriosen Ergebnis kamen, dass mehr Wasser aus Deutschland wegfließt als in den Niederlanden ankommt. Jetzt soll es gemeinsame kontinuierliche Messungen geben", erklärt Schulz.

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Dafür wurden in der Schwalm unter einer Brücke in Grenznähe vier Sensoren installiert. Mit Hilfe dieser Sensoren unter Wasser wird durch die Abfluss-Messstelle per Ultraschall die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers und über Drucksensoren die Wassertiefe gemessen. Damit kann dann berechnet werden, wie viel Wasser in der Schwalm über die Grenze fließt. Jede Viertelstunde werden neue Daten an die Messstationen übermittelt, die diese dann auswerten. "Diese Messstelle ist ein riesen Gewinn für die Wasserwirtschaft", sagt Schulz, während Rudolf Fabry, stellvertretender Vorstand des Schwalmverbandes, ergänzt: "Das Herausragende an dieser Maßnahme ist nicht das technische Bauwerk, sondern die Zusammenarbeit über Verwaltungsgrenzen — über Stadtgrenzen hinaus." So mache die Kooperation zwischen niederländischen und deutschen Wasserverbänden deutlich, dass Wasser nicht an Verwaltungsgrenzen ende.

Und das haben sich die Beteiligten auch was kosten lassen: 50 000 Euro kostete die Installierung der Messanlage, deren Standort durch die Uni Wuppertal ermittelt wurde. Und damit sie - samt grünem Kasten — von Fußgänger nicht gänzlich übersehen wird, wurde jetzt auch noch eine Tafel mit den wichtigsten Informationen aufgestellt.

(RP)
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