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Kreis Viersen: Hier blitzt die Polizei

Kreis Viersen : Hier blitzt die Polizei

Tempokontrollen im Kreisgebiet: 24 Stunden lang, vom nächsten Dienstag, 6 Uhr, bis Mittwoch, 6 Uhr, kontrollieren etwa 40 Polizisten an 27 Messstellen die Geschwindigkeit. Erstmals konnten Bürger Raserstrecken vorschlagen.

Die Resonanz auf den Aufruf der Polizei war groß: 249 Bürger meldeten sich mit Vorschlägen für den zweiten, landesweiten "Blitzmarathon" im Kreisgebiet. Teilweise wiesen sie gleich auf mehrere Straßen inner- wie außerorts hin, auf denen nach ihrer Einschätzung viel zu schnell gefahren wird. Die Direktion Verkehr prüfte jede Nennung — in erster Linie für die 24-Stunden-Aktion am 3./4. Juli, aber auch für einen späteren Zeitpunkt. 27 Standorte wählte die Polizei aus, dort werden rund 40 Polizisten fünf Lasermessgeräte und einen Eso-Messapparat einsetzen.

Keine Abzocke

Über die Frage, welchen Sinn es macht, die polizeilichen Kontrollpunkte schon vorab zu "verraten", streiten sich die Gelehrten, sagt Antje Heymanns, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Viersen. Früher durfte es die Polizei nicht, heute müsse sie es. "Es ist ja nicht unser Ziel, die Auto- oder Motorradfahrer abzuzocken", betont die Kriminalhauptkommissarin, "sondern wir wollen das Tempo und damit die Zahl und die Schwere der Verkehrsunfälle reduzieren." Schon 15 Stundenkilometer Unterschied entscheiden über Leben oder Tod. Denn bei 65 km/h sterben acht von zehn Fußgängern, die angefahren werden. Bei Tempo 50 überleben dagegen acht von zehn, so der Direktionsleiter Verkehr, Peter Opdensteinen, zum Ziel der Kampagne "Brems Dich — rette Leben".

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Er hofft auf einen Erziehungseffekt, der dazu führt, dass die Zahl der Unfälle sinkt. 2010 waren es kreisweit 7699, dann 2011 sogar 7896. Beim Blitzmarathon wünscht sich die Polizei den Effekt: "Rechnen Sie überall mit uns, aber heute besonders hier und dort." Die Erfahrung zeige, dass trotz der öffentlichen Ankündigung der Messstellen im Grunde genauso viele Temposünder und Raser erwischt werden wie sonst. Manche sind eben auch vergesslich. Aber das Geschwindigkeitsniveau bei der ersten 24-Stunden-Blitzaktion war nach Polizeiangaben deutlich niedriger als üblich.

Viele Verkehrsteilnehmer waren wegen der Vorabwarnung offensichtlich vorsichtig. Im letzten Februar hielten 40 Einsatzkräfte an 21 Messpunkten im Kreis Viersen 148 Fahrzeuge an. 108 davon waren zu schnell unterwegs, unter denen ein 76-jähriger Autofahrer aus Viersen sehr übel auffiel: Er fuhr in der Stadt 75 Stundenkilometer statt zulässiger 50. Ein Mann rauschte mit 115 statt erlaubten 70 über eine Landstraße — das bedeutet Bußgeld und Fahrverbot. Ob es wegen der Kontrollen bei sieben Unfällen mit zwei Leichtverletzten und damit unterm Tagesdurchschnitt blieb? Die Polizei meint ja und freut sich über das Ergebnis. FRAGE DES TAGES

Hier geht es zur Infostrecke: Blitz-Marathon: Hier wird im Kreis Viersen kontrolliert

(RP)