Hephata eröffnet Wohngemeinschaft in Viersen Süchteln

Hephata-Stiftung in Viersen : Gemeinsam selbstbestimmt wohnen

Für elf junge Menschen mit Handicap ist das Torhaus in der Süchtelner Gartensiedlung ein neues Zuhause geworden. Die neue Hephata-Wohngemeinschaft wurde jetzt offiziell eröffnet. Es gibt eigene und gemeinsame Räume im Haus.

Gewohnt wird schon seit Mitte Oktober im Torhaus Nord, nun aber ist es ganz offiziell zu einem Daheim deklariert worden. In dem vom Viersener Architekten Martin Breidenbach entworfenen und gebauten Mehrfamilienhaus wohnen elf junge Menschen mit Handicap in einer über zwei Etagen verteilten betreuten Wohngemeinschaft von Hephata.

Die Mieter leben in eigenen Apartments im Erdgeschoss sowie der ersten Etage. Sie nutzen sowohl die Küche als auch einen Aufenthaltsraum gemeinsam und erhalten den jeweils für sie persönlichen Unterstützungsbedarf. Hephata ist dabei der Träger der Unterstützungsleistung zu der auch eine Nachtbereitschaft gehört. Selbstbestimmtes Wohnen, aber dennoch nicht alleine lautet das Motto. „Der Weg zu diesem Haus war nicht leicht, aber er hat sich gelohnt. Wir haben das Haus gemeinsam mit allen Nutzern entwickelt und überlegt, wie wir wohnen wollen“, sagte Klaus-Dieter Tichy, der kaufmännische Vorstand der Evangelischen Stiftung Hephata bei der Begrüßung. Die einzelnen Mieter der Wohngruppe stehen schon seit 2016 in Kontakt. Für die meisten der fünf Frauen und sechs Männer war der Umzug in das Haus an der Jakob-Engels-Straße mit einem Auszug bei den Eltern gekoppelt und damit ein erster Schritt in die Selbstständigkeit.

Die 550 Quadratmeter Wohnen sind schön geworden, darin sind sich alle an der neuen Hephata-Wohngemeinschaft Beteiligten einig. „Jeden Montag führen wir ein gemeinsames Mietergespräch, bei dem wir unter anderem über die Essens- und Freizeitplanung sprechen“, berichtete Jennifer Standfuß von der Teamleitung ein stückweit aus dem Alltag. Heike Zimmermann, die erste Vorsitzende vom Förderverein BeWo Gartensiedlung Viersen, verglich das Angebot mit einem Baum. Die Wurzeln sind die Betreuer, damit sich alles entwickeln kann. Der Stamm stellt das Haus an sich dar. Die Äste sind die Bewohner, die getragen werden. „Ein gesunder Baum muss aber auch Blätter haben und das geschieht durch den eigens gegründeten Förderverein“, sagte Zimmermann. So hat sich der Förderverein schon um die Küche samt Ausstattung und den Esszimmerbereich gekümmert als auch den gemeinsamen Aufenthaltsraum auf den Weg gebracht.

Gerade ist man mit der Gartengestaltung beschäftigt, wobei schon Hochbeete angelegt wurden, in denen zukünftig eigenes Gemüse angebaut werden soll. Dringend benötigt wird ein Kleinbus oder ein Großraum-Pkw, damit Teilhabe am sozialen Leben erfolgen kann. Schließlich möchten die jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auch Veranstaltungen außerhalb von Süchteln besuchen.

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