Viersen Heimat-Forschung

Viersen · Michael Karadjian und Tobias Schroers (14) aus Nettetal entnahmen für "Jugend forscht" Wasser aus dem Wittsee und dem Ferkensbruch. Die alte Brüggener Tonschleppbahn war Thema von Miriam Heynckes (18) aus Schwalmtal.

Nettetal/Schwalmtal Der Backofen der Familie Heynckes in Brüggen musste in den vergangenen Monaten für seltsame Experimente herhalten. "Um den Wassergehalt des Bodens zu bestimmen, habe ich ihn auf einem Backblech ausgebreitet und zwei Stunden gebacken", erzählt Miriam Heynckes lachend. Dann hat sie den trockenen und den nassen Boden gewogen und die Differenz ermittelt.

Die 18 Jahre alte Schülerin des St. Wolfhelm Gymnasiums in Schwalmtal hat sich für ihre Teilnahme am "Jugend forscht"- Regionalwettbewerb mit der geoökologischen Zusammensetzung des alten Bahndamms der historischen Tonschleppbahn in Brüggen beschäftigt, die von 1909 bis in die 1960er Jahre den Oebeler Ton zu den Ziegelfabriken lieferte.

Opa als Ideengeber

"Mein Opa hat in der Ziegelproduktion gearbeitet und mir schon als Kind immer viele spannende Geschichten über das Leben damals erzählt", erzählt Heynckes. Bei ihrem Experiment fand sie heraus, dass der Boden um den alten Bahndamm einen sauren ph-Wert, eine geringe Kalkkonzentration und eine hohe Sulfatkonzentration aufweist. Zudem ist der Unterboden sehr trocken.

"Das erklärt, warum sich auf dem alten Bahndamm vor allem anspruchslose Pflanzen wie beispielsweise Farne ausbreiten", sagt Heynckes. Die Jury belohnte ihre mühevolle Arbeit mit einem ersten Platz in der Kategorie Geo-/Raumwissenschaften.

Auch Michael Karadjian und Tobias Schroers vom Werner-Jaeger-Gymnasium in Lobberich entschieden sich für ein lokales Thema. "Wir haben festgestellt, dass der Wittsee im Gegensatz zum Ferkensbruch von Algen befallen ist, und wollten herausfinden, warum das so ist", erklärt Tobias. Also entnahmen sie über ein Dreivierteljahr Wasserproben aus dem Wittsee und dem Ferkensbruch und untersuchten sie auf verschiedene abiotische Faktoren wie beispielsweise ph-Wert, Nitratgehalt oder Phosphatgehalt.

"Dabei stellten wir fest, dass der Phosphatgehalt auf dem Grund viel höher ist als oben", sagt Michael. "Vermutlich liegt also am Grund des Wittsees Faulschlamm, der im Ferkensbruch nicht existiert", fasst Tobias zusammen. Verantwortlich für den hohen Phosphatgehalt ist laut den beiden Schülern vermutlich das Klärwerk, das direkt am Wittsee steht. "Es wäre gut, wenn die Leute, die in der Nähe des Sees wohnen, phosphatarmes Waschmittel verwenden würden, um das Wasser zu schonen", schlägt Tobias vor. Für ihre Erkenntnisse wurden Tobias und Michael von der Jury mit einem ersten Platz in der Kategorie Chemie ausgezeichnet.

(RP)